Freitag, 5. September 2008

Es endet...

...bald. So oder so.

Sonntag, 13. Juli 2008

Bis zum bitterem Ende...

Grüße, werter Leser.

Obgleich mein Blog schon längst Sie nicht mehr erreichen wird, denke ich, hat er es dennoch verdient, das ich ihn mit einer kurzen Grabrede zur wohlverdienten Ruhestätte trage. Denn nun, da ich gänzlich dem widerlich sinnentleertem Dienste in staatlicher Geburtsschuld verfangen bin und die letzten 3 Monate auf der schnöden Insel Rügen ableiste, werde ich nicht mehr in der Lage sein, auch nur einen Satz mehr zu Papier zu bringen, der sich nicht um das Beenden des Schaffens an sich zirkelt. Gar nicht mal die Zeit, sondern der mentale Elan fehlt mir. Rügen, der Dienst dort und das wofür er und meine Arbeit damit steht, all das ist derart widersinnig, das man alle Kraft benötigt, sein letztes bisschen Restverstand zusammenzufalten und tief einzuschließen, dort wo die gierigen Finger der Banalität und der Tristes nicht an ihn zu langen vermögen…
Mit einem Satz? Ich habe es satt, Arbeit für einen Hungerlohn zu vollbringen und selbige noch mit Füßen der Nutzlosigkeit getreten zu sehen. Wohin mit all der Kraft die einem Menschen inne ruht, wenn sie überhäuft wird mit derartigem Stumpfsinn…Ihr Bürokraten da draußen, hört meinen Schwur…ich bremse für keinen von euch, schafft ihr nicht endlich diese moralinübersäuerte Maskerade ab…


In WoW tut sich nichts. Ich level ziellos Charaktere auf Maximalstufe und lege sie danach zu den Akten. Warten auf War…wenn es kommt. Warten auf Diablo3...bis es kommt. Warten das ich Hellgate vergesse…Flagship vergisst sich gerade selbst, also stehen die Chancen gut.
Bis Ende Oktober, werter Leser, wenn mein Leben wieder mit Emotionen und kreativem Empfindungen sich anzufüllen beginnt. Solange heißt es, funktionieren. Nicht weniger…

Dienstag, 26. Februar 2008

Leiche im Keller?

Werter Leser, erinnern Sie sich noch an Hellgate London? Das Spiel des Jahrtausend? Nein? Ich schon.

Okay, Sie erinnern Sich nicht. Sicherlich haben Sie es verdrängt. Schön, dass Ihnen das gelingen konnte. Mir nicht. Ich habe eine Weile missmutig die chaotischen Versuche beobachtet, die von Flagship unternommen wurden, alles hinzubiegen, damit aus dem Spiel doch noch das wird, wie es angekündigt wurde. Der Onlinekiller schlechthin. Die ultimative Lizenz zum Gelddrucken. Eine Erlösung für alle, die auf Diablo3 trifft WoW warteten…

Am Ende reichten ihre Bemühungen nicht einmal dafür aus, das Spiel überhaupt gut zu machen. Zu viele grundlegende Fehler wurden schon gemacht und waren nicht mehr auszubügeln. Altmodische Charakterentwicklung gepaart mit einer lahmen Story und ewig gleich aussehenden Level und Gegnern…da brachte der Zufallsmodus beim Levelbau ebenso wenig wie das eigentlich stimmige Grundkonzept.

Der Zufallsmodus, in dem Levels immer neu kreiert werden sollten, scheiterte an dem von Half-life 2 und Farcry verwöhntem Spielerauge. Wer auf eine Spielergemeinde abzielt, die immer nur mit dem bestem vom besten der Industrie verwöhnt werden, kann man nicht darauf hoffen, das diese exquisite Auswahl von Menschen sich denkt, „Hey, netter Umbau…aber blöd schaut es dennoch aus.“
Damit verbunden war der wohl größte Werbegag des noch jungen Zeitalters…DX10…in Hellgate…Detailverbesserungen waren damit mit der Lupe zu suchen, bei einem Spiel, das selbst auf Mordsendgeräten nicht besonders stabil lief, egal in welcher Einstellung, völlig unabhängig von Dx9 oder Dx10…. Und jetzt schauten natürlich Grafikedelhurenverkoster besonders genau hin…und wurden noch mehr enttäuscht.

Für die Hack’N’Slayer gab es natürlich das altbewährte Futter. Clicken bis der Arzt kommt. Hier wusste Hellgate an alte Tugenden anzuknüpfen. Doch leider, beschränkt man sich nur auf das, war es zu wenig um den Großteil der Fans bei Laune zu halten, vor allem nach dem, was einem vorher versprochen worden war.

Nächster Punkt:
Die Story…arrg, der Plot…er war so viel versprechend. Die Rendervideos –mit Speck fängt man Mäuse- macht ja soviel Hunger auf mehr. Doch scheinbar hatte man die Kiste mit der Aufschrift: „Story, bitte noch einbauen!“ einfach im Keller vergessen… Sie ruft vielleicht heute noch. Flagship hat sie einfach nicht eingebaut.

Was manche Entwickler über treuer Grafik und schicken Featurers vergessen zu haben scheinen, wo Spiele eigentlichen herkommen. Und was ihre Aufgabe seit jeher war und sein soll. Eine Geschichte zu erzählen, ein Universum zu bauen, in dem sich der Spieler voll und ganz einfügen kann, um alles andere zu vergessen. Sowas ist nicht leicht hinzubekommen, da muss ich auch für Flagship mal eine Lanze brechen. Allerdings, wenn sich vor Veröffentlichung derartig auf die Brust klopft, sollte man sich nicht wundern, das wütende Fans die Hand beißen, die sie am ausgestrecktem Arm verhungern lässt.

Der Autorenstreik wird es sicher gewesen sein, der hier seinen Einfluss hatte. Das wäre noch eine gute Schlagzeile für mich, Bill Roper sagen zu hören, dass das Storyboard von hungernden Autoren aus Hollywood entführt hätten und man kein Geld mehr für die Lösegeldforderung über gewesen sei, weil man mit dem Rest den Werbefeldzug durch die Printmedien habe befeuern müssen…

Denn nun geht es los. Die Entwickler stellen sich endlich der nackten Wahrheit, so gut sie können und sagen ihren Fans, was diese schon lange wussten. Das Spiel ist bei weitem nicht das, was es hätte werden MÜSSEN!

Klar, Ausflüchte und Sündenböcke sind wie immer schnell gefunden. Zuviel habe man sich vorgenommen – gute Absichten sind dennoch keine 55€ plus monatliche Gebühren wert -, zu eng wäre der Zeitplan gewesen – der Klassiker, wir sind doch nur arme Underdogentwickler, was können wir schon gegen die mächtige Deadline machen – und das Veröffentlichen in 7 Sprachen wäre organisatorisch einfach zu viel gewesen – aus dem Mund von Amerikanern, die ohnehin alle was nicht englisch spricht entweder für Terroristen, Kommunisten oder Franzosen hält…als könne die halbe Gamerwelt nicht Englisch sprechen, selbst die Chinafarmer haben es gelernt…mehr oder weniger.

Aber wer schon etwas länger den CEOs der Spieleschmieden zuhört, wird erkennen, das die eingestandenen Fehler schwerer wiegen, als die Ausflüchte. Es ist ein Werbedschungel aus Verträgen und Abhängigkeiten, in der die Wahrheit letztlich schnell auf der Strecke bleiben muss…oder zerstückelt und verbogen in den Interviews der Printmedien landet.
Findet man dann doch mal einen Abglanz von Fakten in den Zeilen, kann man sich zusammen reimen, wie übel es wirklich um Firma und Produkt steht. Flagship hat keinen Flop gelandet, als ihr Debütstück haben sie ihre Firma verspielt. Denn der Glanz des Neuen ist weg und der Kredit bei den Fans auf Jahre verspielt. Selbst wenn Hellgate noch das wird, was es hätte werden MÜSSEN!, ist nicht garantiert, das die Spieler zurück kehren werden…und die Konkurrenz schläft nicht.
Unsere Zeit als Spieler ist kostbar geworden. Und wir müssen inzwischen genau überlegen, wo wir nicht nur unsere Sauerverdienten Kröten anlegen, sondern auch die Zeit danach hineininvestieren. Hype und Kultstatus helfen da kaum jemanden über die erste Patchphase hinaus. Das ist der Anspruch, dem sich heutige Spieleschmieden stellen müssen und es verpflichtet zu Qualität. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Flagship ist noch nicht am Boden. Seit Peter seine Tiger und Affen in Black & White für uns tanzen ließ, weiß ich, auch schlechte Spiele können Millionen einspielen. Lionhead hat einen ähnlichen, wenn nicht ganz so spektakulären Crash hingelegt und dennoch gibt es die Firma noch.
Wenn Flagship nen kompletten Kohlezug drauf packt und das nächste Spiele FERTIG veröffentlicht wird, sehe ich noch Potenzial in der Firma. Wenn sie bei ihrem Kurs bleiben, endet es wie Piranyabites und Gothic3. Und noch so einen Heldenfall verkrafte ich nicht…dann spiel ich echt nur noch Konsole.

Freitag, 22. Februar 2008

Olnigg schreibt auf buffed.de...

Ein klassischer Olnigg im üblichen Stil, wie man ihn seit Jahren kennt. Sehr schön wie immer. Leider scheinen hier einige Leute überfordert zu sein. Satire ist nunmal keine leichte Unterhaltung, die man denkfrei auf sich einprasseln lassen kann, sondern sie bedarf mitunter den grundlegenden physiologischen Voraussetzungen für Denkprozesse und dann, sofern diese gegeben sind, auch der Benutzung derselben (was wiederum einiges an Übung abverlangt). Denkresistente Zeitgenossen werden hier sicherlich Probleme haben, aber so ist es nunmal... ein Hanns Dieter Hüsch, Volker Pispers oder Dieter Hildebrandt ist eben kein Mario Barth oder Stefan Raab. Und Olnigg kein Shakes & Fidget.

So schlachten sich die einen wie die anderen User in den buffed-kommentaren zum ersten von inzwischen drei Olnigg-Blogrinträgen...
Ich poste zu dem Thema noch mal was gesondert...aber vorerst will ich mit dem Würstchen über mir abrechnen.

Okay, Grammatikclown ohne Freunde. Denk an, das du nicht der intellektuelle Nabel der Welt bist und nur weil auf der Seite, wo du dich rumtreibst, deiner wirklich völlig unrepräsentativen Meinung nach nur geistige Blindflieger ohne Brillenpass am Mann Rumrennen, kannst du dir dergleichen Texte getrost um das eigene Ego wickeln...allerdings braucht der Stuss dann noch ein bis zweitausend Zeilen mehr, sonst geht er nicht rum...boar wie ich solche Leute hasse...

Montag, 21. Januar 2008

...Mhm...

Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich über dieses Thema schreiben möchte, da ich selber mich davon nicht wirklich berührt fühle. Jedoch nagt da etwas in mir, das mir zu schaffen macht. Das Gefühl, das man hat, wenn eine Wunde im Mund nicht abheilen will, weil man immer wieder mit der Zunge darüber fahren muss.
Das Gefühl, falsch verstanden worden zu sein. Oder besser gesagt, das man mich und meine Motive in die falsche Ecke eingeordnet hat.
Beginnen wir wie immer von vorne, werter Leser. Sie haben es verdient und ich bin nicht müde, Sie auch hier durchzuschleifen.

Das Thema Boten scheint momentan groß in Mode zu sein. Egal wie man dazu steht, es ist genau genommen ein durch ein drittes Programm ermöglichtest Automatisieren von Bewegungsabläufen in WoW. Dienlich dazu die AFK-Reglung in Schlachtfeldern zu täuschen. Damit erfühlt es den Tatbestand des Betrugs, da Blizzard schon im Vorfeld Funktionen ins Spiel eingefügt hat, um eben Afk-Spieler melden zu können, damit diese vom Ehregewinn ausgeschlossen werden. Allerdings wart Blizzard hier wieder einmal das Heiligtum der zahlenden Kundschaft. Denn diese werden, selbst bei groben Verstößen gegen klare Regeln, von Ethik und Moral oder gar dem schlichtem Sportsgeist spreche ich ja schon nicht mehr, nicht grundsätzlich bestraft, sondern lediglich in die Ecke gestellt. Frei nach dem Motto: „Spielen tut ihr ja noch, also her mit den 13 Kröten.“ Freizeitpark mit Spiel und Spaß, aber wer sich daneben benimmt, darf nicht mit auf Karussell?
Anders als bei Diablo wird es nicht zu massenhaften Acountbannung kommen. Da hängt einfach zu viel Geld hinter. Und seien wir ehrlich, es ist ohne hin nur PvP. Wem tut das schon weh? Jedenfalls scheint mir diese Politik von Blizzard wie eine rote Line durch all die Jahre WoW zu ziehen. Da boten sich viele Spieler die Items zusammen…und? Wen stört das, da es außerhalb von Stammgruppen, also festen Teams aus Spielern, kein wirkliches PvP gibt? Auf meinem Pool jedenfalls nicht und ich denke auch nicht auf den anderen. Lasst sie also boten. Dann haben sie ihr Gear zusammen und spammen wenigstens nicht den Chat voll und lassen andere Spieler in Frieden, wenn die einfach nur ein bisschen Deathmatchfealing genießen wollen, ergo Scheiß auf Taktik spielen. Ich selber habe mit meiner G11 einige Mal in Alteractal über ein Makro Afk verhindert. Warum auch nicht. PvP aktiv ist unspannend und grenzt an geistiger Folter. Aber das ist nur mein Empfinden und ich werde nicht für andere sprechen oder ihnen gar vorschreiben, wie sie was in WoW zutun oder zu lassen haben. Der Satz ist wichtig, erinnern Sie sich bitte daran, werter Leser.

Soviel zu Materie und was ich davon halte. Bots, die mich anmelden und stundenlang durch Schlachtfelder ziehen habe ich nicht benutzt, allerdings schon viele FAQ dazu gelesen und –Schreck lass nach- sogar irgend so ein Tool gedownloadet. Die Dinger sind witzig und die viele Youtube-Videos zeigen ja, was richtig gute Teile draufen haben. Wenn Sie also vorwiegend im Alteractal einen Spieler gegen Wände laufen sehen, dann hat dieser einfach den Bot falsch oder gar nicht eingestellt, das ist nämlich tatsächlich recht zeitaufwändig…vier oder fünf Clicks schätze ich es ein. Nun, man mag selbst entscheiden, was daran aufwändig ist, allerdings neigen Menschen, die Videospiele mit Cheats betreiben, schnell gierig und faul zu werden. So wird am Ende gar nicht mehr eingestellt, sondern einfach nur noch laufen gelassen. Gute Bots hingegen sind schon kleine Dinger der Unmöglichkeit und oftmals schwer zu erkennen, wenn man nicht selber schon die einen oder anderen Tools dafür gesehen hat.

Jetzt hat sich meine Gilde allerdings in zwei Lager gespalten und ich bin da in eine, meines Erachtens nach, etwas pathetisch geführte Diskussion reingetappt, noch dazu als diese sich im Abebben befand. Nun, mag sein das es an der Urzeit lag, 5 Uhr Morgens nach vielen Stunden sinnlosem Tun. Ich habe einfach versucht, den üblichen Tenor aufzugreifen, der in meiner Gilde häufig an den Tag gelegt wird und bin damit als depressives Monster einigen übel aufgestoßen. Desillusioniert und misanthropisch übellaunig hat man meine Meinung als Unqualifiziert ab getan. Man habe anscheinend nur die Spielwelt retten wollen – bei einigen lass es sich so, andere schienen auf Rache aus zu sein gegen all, die auch bei uns boten. Die genauen Beweggründe, warum sich viele zu edelblütigen Verteidigern des Glaubens und der Krone aufgeschwungen haben gegen die bösen Boter, bleiben mir schleierhaft. Ich persönlich bin der Ansicht, das innerhalb der Gilde Prinzipen des eigenen Gewissens schwerer wiegen sollten, als der Gruppenzwang. Doch darüber noch zu diskutieren, ob und wie man jene gildeninterne Boter bestrafen soll, empfand ich einfach schlicht und ergreifend als Heuchelei. Man meldet den Betreffenden, will man Kumpel sein, schreibt man ihm vorher noch kurz, das man seine Aktionen nicht gut heißt und warte eine eventuelle Einsicht des Betreffenden ab. Sonst Tickets, melden, anschwärzen etc.
Dass man nicht meiner Meinung ist, hat mich wenig gekümmert. Vielmehr ernüchtert mich die fortschreitende Arroganz einiger meiner Gildenkollegen, wenn man ihnen den Spiegel vor hält, es sei nur das übliche, übellaunige Fäkalgeschwafel von dem Jäger, der eh immer alle flamed und sonst ein trauriges Leben ohne Freunde haben muss.
Mhmm…okay, wenn man das so betrachtet, bin ich bestimmt nicht der Umgänglichste, gerade für Leute die mich nicht lange kennen wirke ich sicher in WoW und Chats sowie dem Forum erschreckend miesepetrig. Ist deswegen meine Meinung weniger wert oder in Betracht zu ziehen? Oder soll ich im Forum untertauchen, wenn es um Gildeninterner geht, weil ich nur noch selten da bin? Dann soll man mich ausschließen, ganz einfach. Solange sage ich aber noch, was ich denke und auch wie ich es für angebracht halte. Und wer an dem rabiatem Tonfall Anstoß nimmt, der möge nur eine Woche auf dem Teamspeak und den Gildenchat achten. Danach erübrigt sich hoffentlich eine weitere Beweißaufnahme.

Dienstag, 1. Januar 2008

Frohes Neues Jahr

Was soll man sagen, werter Leser. Hurra, ein weiteres Mal ist die blaue Kugel rum und wir druften dabei sein. Mir wird nicht wirklich feierlich zumute, bei diesem Gedanken, aber das ist an anderer Stelle zu erörtern. Ich werde nun mit meiner Frau Puzzeln und mir überlegen, wie ich die nächste Voodoopuppe anziehen soll.

Dienstag, 18. Dezember 2007

Warsong, Workshop für den eigenen Gehirnschrittmacher.

Langsam aber sicher habe ich die Faxen endgültig dicke, vor allem davon, dass man mich damit ermahnt und abspeisen will, dass es schon immer so war und ich darüber mich nicht aufzuregen habe. Werter Leser, folgende Situation.
Ich erarbeite mir gerade mein PvP-Equip. Dafür brauche neben Zeit und viel Geduld vor allem verschiedenste Marken. Warsong, Arathi, Eye und Alterac.

Während bei den Bonuswochenenden man noch ganz gut in den jeweiligen Schlachtfeldern zu Recht kommt, ist ein Battleground schon immer mein absoluter Alptraum gewesen. Ob Bonuswochen oder nicht. Ob man verliert oder nicht, es ist gleichgültig. Es dauert lang, es macht keinen Spaß. Es ist einfach nur eine völlig missverstandene Adaption von den Spielern gegen Spieleridee und was man aus dieser machen können sollte, vor allem wenn man es so oft machen soll, wie Blizzard das von einem erwartet.

Warsong.

Das gute, alte CTF- Prinzip stammt aus der Egoshooter-Welt und ist eine der ältesten und einfachsten Formen des organisierten Teamswettbewerbs.
Hier sei schon einmal auf den frappierenden Unterschied zwischen MMORPG und Shooter-multiplayer hingewiesen:
- Egoshotter, selbst TF, hatte die gleichen Vorraussetzungen für beide Parteien.
- WoW hat dies nicht.
- Egoshooterspiele dauerten selbst bei taktischen Spielen nicht länger als eine halbe Stunde, sofern das nicht absichtlich gewollt war.
- In WoW ist das nicht so. Hier dauern solche Spiele inzwischen ca. 45 Minuten, sollte eine der Parteien auf die ach so innovative Idee kommen und deffen. Das bedeutet zumeist, der Spieler mit dem meisten Leben und der meisten Rüstung steht mit allen Heilern, im schnitt 3 bis 5 im eigenem Bunker.
- In Shootern geht der Flaggenträger nach Beschuss von 3 bis 4 Spielern down. Punkt.
- Nicht in WoW.

Vielleicht bemerkten Sie den Fehler, werter Leser. Ich bin inzwischen mehr als Verstimmt darüber, dass ich mir in der Tat mehrmals dieses monotone Schauspiel hingeben soll, nur damit ich die Marken für bestimmte Items bekomme. Wenn es wenigstens Spaß machen würde, sich Eineinhalbstunden an einem Deff-Bollwerk die Fäuste blutig zu hämmern, aber irgendwann, nach 3 Jahren WoW hat selbst ein gut gemachtes Battleground seinen Zenit überschritten. Und Warsong ist nicht gut gemacht. Es kostet unkalkulierbar viel Zeit und wird am Ende auch nur noch so gespielt. Und das, verzeihen Sie mir, ist eine stinkende Unverschämtheit.

Samstag, 15. Dezember 2007

Endlich wieder Internet...

Ich grüße Sie erneut, werter Leser. Nach langer Pause schreibe ich nun wieder. Der folgende Text entstand in meiner Internetlosen Zeit. Viel Spaß, wenn Sie an sowas Spaß finden...


Nie enden wollende Einöde, gepaart mit dem absoluten Stress von begriffsstutzigen Behörden und maulfaulen Beamtenstatisten, die statt Hirn und Herz einen Vorschriftenkatalog implantiert bekommen haben? Ist dies der 4. oder der 5. Kreis der Hölle, was meinen Sie, werter Leser?
Ob Dante in unserer heutigen Zeit nicht gar über die schreckliche Sinnlosigkeit mancher Aufgaben gleich zwei bis drei Kreise dran gehängt hätte; ich wage die Behauptung, er hätte stilvoll und klassisch gleich zum Schierling gegriffen…

In solchen Zeiten regen einen die Kleinigkeiten auf, weil die üblen Dämonen einen nicht mehr mit Schrecken zu geißeln vermögen. Ein Beispiel:
„Nie enden wollende Einöde“…Mein Word-Program kennt das Wort Ödnis nicht…Ich weiche daher schon relativ genervt auf Einöde aus. Das ist quer, geht im Lesefluss runter wie ein Schuhkarton und klingt gestelzt…und soll dann auch noch falsch sein!
„Einöden“ bietet mir der grüne Sabotagekringel unter „Einöde“ als Korrekturvorschlag an…Was zur Hölle?
Werter Leser, sicher sind auch Sie eifriger Leser der Zwiebelfisch-Kolumne und haben alle drei Versionen von „Der Genitiv ist dem Dativ sein Tod“ im Schrank stehen. Sind Sie das? Haben Sie das grammatikalische Weisensteinrollen auf Partys auch zu Ihrem neuen Jagdsport auserkoren? Ja? Wenn Sie es nicht getan haben sollten, ignorieren Sie bitte meinen Wutausbruch über derlei Trendverbrechen im sozialen Gesellschaftskampf: „Ich bin viel clever wie du bist!“
Vielleicht gehören Sie aber doch dazu. Vielleicht sogar zu den Extremgroßwildjägerprofis, die die Paperback-serie dieser Klugscheißerbibeln schon in die Innenseiten Ihrer Jacketts haben einnähen lassen…
Ist dem also so, dann schreiben Sie es ruhig in die Comments. Sagen Sie mir, was ich falsch gemacht habe, als ich schrieb „Nie enden wollende Einöde…“ und warum da Einöden hingehört. Bitte, keine Scheu.
Warum ich so freimütig Sie dieses, in meinen Augen, Menschenverbrechens in der Kategorie Klugschwätzerei verdächtige? Weil inzwischen jeder dahergelaufene Depp mit toten Augen und falschem Grinsen mir erzählt, wie Sprache zu funktionieren hat. Entschuldigen Sie, dass ich Deutsch auf Lehramt studiere und es leid bin, alles einfach hinzunehmen, was mir die deutsche Grammatik / Orthographie zuweilen zumuten möchte.
Ich denke inzwischen schon beinahe, dass dieser Berufsweg doch nicht ganz der richtige für mich sein kann, wenn er einem beigebracht wird, als würde man Pathologie an verstorbenen Heiligen lernen. Angucken, aber nicht schneiden.

Die Einen, welche sich in der Historie der deutschen Sprache auf und ab tummeln, schwingen sich lustvoll von Liane zu Liane, denn Sie gehen durch die Welt, in der mit dem historisch abgesichertem Doppelboden kein Absturz vor den Studenten passieren kann, weil es entweder: nicht nachweisbar ist, was Sie faseln und damit als die einzige Wahrheit vorgetragen werden sollte. nämlich die eigene; oder weil es faktisch nachgewiesen ist und damit ohne Wenn und Aber unangetastet bleiben muss. Was ein Schachtelsatz, allerdings hört er inhaltlich einfach auf, wenn Sie erkennen, wann, wo und warum, bekommen Sie von mir einen Duden geschickt. Handsigniert. Versprochen.
Die Anderen, welche sich nicht auf Unwägbarkeiten verlassen können, was Sie zu philosophischen Turmsprüngen Marke eingedrehter Rittberger in dreifacher Schraube veranlassen könnte, sind pedantische, übellaunige, misanthropische Kotzbrocken. Sie tragen das WÖRTERBUCH wie eine Bibel vor sich her, als würden aus dem Buchrücken alle Kritiker in gleißendem Feuer der Unantastbarkeit zu Asche versengt und Sie gleichsam als Schild vor jedwedem Zeichen an menschlichem Makel abdecken. Und da spreche ich noch nicht einmal vom Duden, nein. Das ist Laienkram und kostet unter 40 Euro; damit laufen Sie solchen Leuten besser gar nicht erst unter der hoch erhobenen Nase herum, wollen Sie nicht in den nächsten drei Wochen Ihr Selbstwertgefühl in Jack Daniels reanimieren. Hier sei mir eine Anmerkung gestattet. Ich mag es, dass hochprozentiger Stoff meinen Namen teilt.

Schwere blockige Einleitung…und ich könnte glatt fortfahren, denn Word kennt „blockige“ nicht…
Wenn Sie sagen, ich solle doch einfach die Rechtschreibhilfe ausschalten, dann werden Sie hier vor Tippfehlern und deren ausgewachsene Brüder, die echten orthographischen Overkiller kaum vorankommen. Nicht ohne Lektormachete.
Also, wir lassen sie an, diesen kleinen vorwitzigen Helfer in der Not. Wenn Sie sich mal ein Werk ganz ohne dieses nervige Sicherheitsnetz anschauen möchten, tippen Sie aus dem Kopf ein Gedicht im Programm Wordpad und jagen dies anschließend wieder durch das Standart-Word. Sie werden unangenehm überrascht sein…oder haben Sie eine Zwiebelfisch-Fanclubkarte hinter dem Führerschein in der Brieftasche?
Ich widerspreche keinem, der mir nachsagt, dass ich ein Problem mit meiner Orthographie habe. Ich leugne nicht, dass ich ohne die Rechtsschreibhilfe einen fehlerfreien Text dieses Formats nicht hinbekäme. Selbst in diesem stecken bestimmt tausende Tippfehler, die ich nicht erkenne. Trotz der Prüfung und ihrer farbigen Kringellinien…soll übrigens auch wieder falsch sein, aber diesmal bemühe ich den Bindestrich nicht, basta! (Anmerkung: Fünf Minuten später habe ich nun den Fehler gefunden…ohne Prüfung, die war ebenso hilflos.)


Ich schreibe das hier wie für eine Zeitkapsel. Anders als sonst ist es aber nicht meine Trägheit, sondern der Umstand, dass ich gar kein Internet mehr habe. Null, gar nichts, kein bisschen.
Ich sagte einst, es wäre angenehmer, statt einer unzuverlässigen Leitung gar keine Leitung zu haben, da wüsste man wenigstens, woran man ist.
Ich bin voller Reue und nehme diese großspurigen Worte in tiefer Demut zurück. Es ist mehr als lästig, es ist beängstigend quälend.
Mal abgesehen davon, dass ich das Internet wirklich gebrauchen könnte als Quelle der Information, ich würde selbiges gar nicht sosehr dieses Zweckes missen. Zehn Minuten reichen vollkommen aus, um sich über das Internet über die wichtigsten Tagesthemen zu informieren. Leider vergrößert sich diese Zeitspanne immer mehr, da das selektive Wahrnehmungsvermögen nun auch immer mehr im Internet gefordert ist, wo es beim Fernsehprogramm inzwischen restlos überfordert ist.
Zu meinem Leidwesen, es gibt bei mir nun wieder einen funktionierenden Fernsehanschluss und meine bessere Hälfte genießt ihre vergaste Nettolebenszeit in wohlig warmer geistiger Nulllinie. Sie ist weder dumm noch zurück geblieben, doch etwas anderes fällt ihr als Beschäftigung halt nicht ein, jetzt wo das Internet flöten ist. Vorher herrschte wenigstens noch jenes Wunderwerk der Kommunikation, Information und Interaktion auf ihrem mentalen Speiseplan der Zerstreuung. Wenn auch nur knapp, das will ich einräumen.

Ich hingegen vermisse die Zeit in meinem Leben, als es dieser ewig plappernde, ewig dröhnende, ewig gackernde Zyklop noch in Ketten lag, nur gespeist vom DvD-Player und der Konsole. Da war ich noch der Chef. Ich machte mein Programm. Keine Werbung, keine rassistischen, neokapitalistischen, narzisstischen und Konsumfördernden- und fordernden Lachsackparaden oder Voyeurspielplätze. Römisches Kolosseum, erste Reihe, beste Plätze, bei der Schlacht am sozialen Gesellschaftsbankett und man selber merkt nicht mehr über den Summton, der sich auf das eigene Bewusstsein legt, das man selbst in der Reihe zur Schlachtung steht…oder sitzt, auf der Couch. Fließbänder machen es möglich.
Kommen Sie mir jetzt bitte nicht mit einem geheucheltem Applaus und einem wütenden Aufschrei nach Revolution. Ich bitte Sie, derlei Geschmacklosigkeiten können wir uns doch inzwischen ersparen. Oder sehen Sie jemanden, der mit Ihnen dagegen vorgehen möchte? Der Zwiebelfisch-Fanclub vielleicht? Klar, das Bildungsbürgertum hatte ja auch schon immer etwas für den gemeinen Pöbel übrig, der sich zu seinen Füßen ringelt.
Ach und nur das Sie mich recht verstehen, ich selbst würde mir auf einen solchen Kreuzzug auch nicht folgen. Ich glaube nicht an Veränderung, ich glaube an Verdammung durch Wiederholung. Damit bin ich aufgewachsen. Verdammung durch Wiederholung. Raten Sie mal. wer mich dies gelehrt hat. Das Fernsehnprogramm.

Als ob ich geistig autonom wäre. Das strebe ich doch gar nicht mehr an. Wozu auch? Wer mit den Vorstellungen vom Untergang der Menschheit und deren Gesellschaft groß gezogen wird – und damit meine ich nicht mein Elternhaus -, wem das kollektive Scheitern des Humanismus und des demokratischen Gedankens in die Großhirnrinde eingebrannt wird, wer daraus Schlüsse zieht, das die Welt nicht am Abgrund steht, sondern schon einige bedeutende Schritte weiter ist, wer fest davon überzeugt ist, das der freie Fall dieser Gesellschaft noch gar nicht richtig an Geschwindigkeit gewonnen hat, der glaubt an keine Revolution mehr.
Revolutionen bedeuten in dieser Welt nur noch eines, sich einen noch schlimmeren Tyrannen unter zuordnen als dem vorhergehend. Einzig entscheidend ist, auf welcher Seite man dann steht…oder schwimmt, trifft es ehr. Oben oder unten.

Schüler schießen auf Lehrer weil sie das als einzigen verbleibenden Sinn in ihrem Leben erachten. Ich bin mir mehr als unsicher, ob ich wirklich noch diesen Beruf ergreifen möchte, jedenfalls unter den bestehenden Konditionen. Es geht gar nicht so sehr um die Gefahr von Leib und Leben als um die Verachtung, die in einem gärt. Gegen alles, was da draußen vor sich hin stinkt und inzwischen zu hilflos ist, sich selbst aus der betäubenden Umklammerung der vererbten Armut, materiell wie geistiger Natur, zu befreien.
Vielleicht ist der neue pädagogische Ansatz der, das man der jungen Generation nur beibringen muss, sich hinter den Stoff zu klemmen, damit sie auch mal BMW fahren können…wenigstens einen, der ihnen und nicht der Bank gehört.
Motivation durch Bestechung?
Das Problem ist eine Welt voller aufgeladener Eindrücke von Schön, Reich und Teuer in 15 Sekundenclips die solchem Moralgeschwafel schon lange nicht mehr die Zähne zu zeigen braucht. Ein müdes Lächeln reicht doch schon. Ja, stumm auf die Beweiße verweißen.
Nachhaltigkeit, auch wenn sie von der anderen Seite des Spiegels hervorbricht, reißt doch niemanden mehr aus seinem Schicksal heraus. Wie sollte auch, hat doch keiner mehr Zeit dafür.
Malochen gehen für Miete, Benzin und Versicherungen und beten, dass man beim Arzt nicht das zweite Magengeschwür präsentiert bekommt; weil man seit vier Wochen den Dispo nicht mehr schafft und die Nebenkostenabrechung noch nicht im Briefkasten war. Klar wissen die jungen Leute davon, keiner säuft sich in Flatratepartys um den Verstand, weil er keine Probleme hat, jedenfalls nicht in so großer Zahl, wie es die jungen Menschen zur Stunde immer wieder tun.
Sie sehen es an ihren Eltern. Die schuften immer härter und haben immer weniger. Fangen an zu saufen oder verkriechen sich hinter toten, abgestumpften Minen, die nichts mehr schocken kann, wenn die Nachrichten laufen. Ist doch eh alles Zwecklos, sagen dir solche Augen jeden Morgen, jeden Mittag und jeden Abend am Essenstisch. Kein Wunder, das man immer mehr Zeit mit Anderen verbringen will. Würde ich auch nicht ertragen so was.
Da muss man ja das Saufen anfangen, das Sammeln von zerstreuenden Momenten, damit man bloß nicht daran erinnert wird, das nach der Schule, mit 17 Jahren ca. das Leben aufhört und die Hölle beginnt.
Flexibel muss man sein und sich der Wirtschaft anpassen, dafür gilt es alles zu geben, doch nichts wird man dafür zurück erhalten. Erfüllende Jobs finden die wenigstens und wenn doch, dann fressen diese soviel Nettolebenszeit, dass man Hängematte und Zinkeimer für das Pappbüro gleich bei Einstellung mitbringen kann.
Und die Vernichtung seines eigenen Lebens garantiert nichts mehr. Keine Sicherheit.
Heute wirst du für 20 Jahre regelmäßiges Einzahlen in die Sozialkasse um deine Beiträge beschissen, nach nur 12 Monaten ohne Arbeit. Egal ob schuld bist oder nicht. Das macht Magengeschwüre. Auch wenn dir die Arbeit Spaß macht. Ob man am Ende von ihr Leben kann, wird dabei noch nicht einmal zur Diskussion gestellt.

Zu beneiden sind die jungen Menschen in Indien und China, die momentan an ihrer Zukunft basteln, die am Ende übrigens nicht anders aussehen wird, als die heute in Europa oder den USA, Japan etc.
Jene, die nämlich dort momentan 12 Stunden am Tag studieren gehen, um dann in der Frittenbude um die Ecke noch mal 6 Stunden zu arbeiten, die machen das in der Gewissheit, das Licht am Ende des Tunnels sein wird, arbeitet man nur hart genug dafür. Da werden momentan kluge Köpfe gebraucht und man zieht sie in einem gnadenlosen Wettbewerb heran, wer zurückbleibt, der sieht seine Zukunft von seinem Fenster aus, am Stadtrand. Da funkeln in der heißen Sonne die Dächer der Wellblechhütten. Entweder man kommt von da oder geht dahin zurück, wenn man nicht den Sprung ins obere Gesellschaftsbild schafft. Und das geht nur über die Bildung. Noch brauch man das Humanmaterial. Aber bald kann es schon vorbei sein, der Markt mit Fachidioten übersättigt. All dieses Wissen motiviert den Menschen in China, Indien und Brasilien.
In Deutschland ist der Zug dafür abgefahren, für ein Gros an jungen Menschen jedenfalls.

Revolutionen beginnen, laut einem klugen Kopf mit verschätztem Menschenbild damit, dass die einen nicht mehr können und die anderen nicht mehr wollen.
Interessant wäre es für mich, nachzuschlagen, wann und warum genau sich eine Volksmasse gegen ein offensichtlich lebensfeindliches Gesellschaftssystem stellt. Sicher haben viele weise Männer darüber wortreich Ergüsse zu Papier gebracht.
Ist der Mensch, der Homo Sapiens an sich, etwa die einzige Lebensform, die als Kollektiv agierend, sich gegen so etwas zu wehr setzen kann, also direkt gegen eine von ihm selbst geschaffene Umgebung gewaltsam – oder friedlich aber tiefgreifend- so umzuwälzen, das er sich selbst errettet? Kommt da nur ein einzelner kleiner Zünder als Individuum zu oder gleich mehre oder ist etwa urplötzlich das ganze Kollektiv in Bewegung?

Divide et impera heißt hier aber wohl die ultimative Waffe gegen all jene, die da versuchen, dem System bei zu kommen. Der Wohlstand fesselt genauso wie er befreit. Innovativ bist doch nur, wenn du von unten kommst, das war schon immer der neidische Grundtenor auf alle scheinheiligen Propheten, die da draußen rum rennen. Jene, die einem den Weltuntergang vorbeten und dabei noch kräftig Kasse machen, weil nur der Menschen, der sich nicht mehr um Nahrung. Obdach und Arbeit –heute her mit Geld gleichzusetzen – sorgen muss, kann sich Gedanken machen über die Welt, ihre Lage und die Lage seines Nachbarn.
Doch heute wie damals wollen diese Propheten etwas dafür, dass sie einem den Lauf der Dinge schildern, egal in welche Richtung dieser ihrer Meinung nachgeht.
Denn sie muss ja vermögend bleiben, weil sie sich ansonsten in die Reihen der armen Tölpel einordnen müssten.
Gerade so Hiphop-NewAge-Prediger oder Ghettohassvandalen gehen mir hier streng auf den Zeiger. Davon das ich Thomas D. hören, wird mein Leben auch nicht besser und wenn ich dem Aufruf von Fettes Brot folgen würde, mich zur Revolution vor der Reichstag stellen würde, was würde passieren, außer das man mich in Handschellen abführte. Nichts. Nur weil ich es noch nicht ausprobiert habe, ist es dadurch weniger wahr? Weniger folgerichtig, wahrscheinlich oder gar gesetzmäßig? In der heutigen Zeit?
Menschen sind wie Frösche. Aus heißem Wasser springen sie raus, warmes Wasser, das langsam zu kochen beginnt, darin werden sie elendig gedämpft. Weil der Mensch das Verlassen seiner Umwelt, und sei diese noch so latent feindlich, nicht wagen wird. Erst der Knall weckt Menschen auf. Erst dann beginnt er zu Handeln.
Doch clevere Menschen haben Ohropax erfunden. Fernsehen und Internet sind wohl die Jüngsten. Religion wohl das Älteste.
So kochen wir also vor uns hin. Witzig, das jene, die an der Herdplatte drehen mitkochen, doch glaube ich fest, das sie wesentlich angenehmer sterben werden als wir. Und den Weg dahin, der wird ohne Zweifel angenehmer sein.

Mhmm…irgendwo hab ich den Faden verloren.

Fest steht, sich selbst aufzugeben, das ist widersinnig. Schulen im überzogenem Selbstmitleid und Egoismus leer zu schießen, ist nur ein Symptom der dauerhaften Zersetzung vom gesellschaftlichen Zusammenleben, es ist meiner Ansicht aber kein Garant dafür, das die Menschheit an sich selbst zu ersticken droht. So was gab es immer und wird es immer geben. Egal wohin sich diese Welt dreht. Ich habe die Menschheit schon aufgeben, als ich noch wählen durfte. Was soll ich also noch wählen? Das kleinere Übel?
Ich wähle mich einfach selbst als Zentrum meiner Anstrengungen und befriedige nur noch meine Bedürfnisse. Mittelfristig scheint mir dass eine gute Alternative zu sein, bis ich irgendwo ankomme, wo man mir zeigt, dass es mehr Sinn macht, sich für den Rest der Welt einzusetzen. Bisher kreuzte eine solche Erkenntnis noch nicht meinen Weg.


PS:
Werter Leser, falls Sie Anstoß an diesem Text finden oder anderer Meinung sind, dann können Sie mich gerne eines besseren belehren. Darauf wäre ich sogar sehr gespannt. Allerdings, seien Sie auch geduldig mit mir. Ich habe immer noch nicht den Anspruch an mich, das meine Ergüsse irgendwie der Weißheit letzter Schluss sein sollten. Und auf dem Totenbett kann eh alles widerrufen. In dem Punkt lass ich Jesus bestimmt nicht hängen…

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