Endlich wieder Internet...
Ich grüße Sie erneut, werter Leser. Nach langer Pause schreibe ich nun wieder. Der folgende Text entstand in meiner Internetlosen Zeit. Viel Spaß, wenn Sie an sowas Spaß finden...
Nie enden wollende Einöde, gepaart mit dem absoluten Stress von begriffsstutzigen Behörden und maulfaulen Beamtenstatisten, die statt Hirn und Herz einen Vorschriftenkatalog implantiert bekommen haben? Ist dies der 4. oder der 5. Kreis der Hölle, was meinen Sie, werter Leser?
Ob Dante in unserer heutigen Zeit nicht gar über die schreckliche Sinnlosigkeit mancher Aufgaben gleich zwei bis drei Kreise dran gehängt hätte; ich wage die Behauptung, er hätte stilvoll und klassisch gleich zum Schierling gegriffen…
In solchen Zeiten regen einen die Kleinigkeiten auf, weil die üblen Dämonen einen nicht mehr mit Schrecken zu geißeln vermögen. Ein Beispiel:
„Nie enden wollende Einöde“…Mein Word-Program kennt das Wort Ödnis nicht…Ich weiche daher schon relativ genervt auf Einöde aus. Das ist quer, geht im Lesefluss runter wie ein Schuhkarton und klingt gestelzt…und soll dann auch noch falsch sein!
„Einöden“ bietet mir der grüne Sabotagekringel unter „Einöde“ als Korrekturvorschlag an…Was zur Hölle?
Werter Leser, sicher sind auch Sie eifriger Leser der Zwiebelfisch-Kolumne und haben alle drei Versionen von „Der Genitiv ist dem Dativ sein Tod“ im Schrank stehen. Sind Sie das? Haben Sie das grammatikalische Weisensteinrollen auf Partys auch zu Ihrem neuen Jagdsport auserkoren? Ja? Wenn Sie es nicht getan haben sollten, ignorieren Sie bitte meinen Wutausbruch über derlei Trendverbrechen im sozialen Gesellschaftskampf: „Ich bin viel clever wie du bist!“
Vielleicht gehören Sie aber doch dazu. Vielleicht sogar zu den Extremgroßwildjägerprofis, die die Paperback-serie dieser Klugscheißerbibeln schon in die Innenseiten Ihrer Jacketts haben einnähen lassen…
Ist dem also so, dann schreiben Sie es ruhig in die Comments. Sagen Sie mir, was ich falsch gemacht habe, als ich schrieb „Nie enden wollende Einöde…“ und warum da Einöden hingehört. Bitte, keine Scheu.
Warum ich so freimütig Sie dieses, in meinen Augen, Menschenverbrechens in der Kategorie Klugschwätzerei verdächtige? Weil inzwischen jeder dahergelaufene Depp mit toten Augen und falschem Grinsen mir erzählt, wie Sprache zu funktionieren hat. Entschuldigen Sie, dass ich Deutsch auf Lehramt studiere und es leid bin, alles einfach hinzunehmen, was mir die deutsche Grammatik / Orthographie zuweilen zumuten möchte.
Ich denke inzwischen schon beinahe, dass dieser Berufsweg doch nicht ganz der richtige für mich sein kann, wenn er einem beigebracht wird, als würde man Pathologie an verstorbenen Heiligen lernen. Angucken, aber nicht schneiden.
Die Einen, welche sich in der Historie der deutschen Sprache auf und ab tummeln, schwingen sich lustvoll von Liane zu Liane, denn Sie gehen durch die Welt, in der mit dem historisch abgesichertem Doppelboden kein Absturz vor den Studenten passieren kann, weil es entweder: nicht nachweisbar ist, was Sie faseln und damit als die einzige Wahrheit vorgetragen werden sollte. nämlich die eigene; oder weil es faktisch nachgewiesen ist und damit ohne Wenn und Aber unangetastet bleiben muss. Was ein Schachtelsatz, allerdings hört er inhaltlich einfach auf, wenn Sie erkennen, wann, wo und warum, bekommen Sie von mir einen Duden geschickt. Handsigniert. Versprochen.
Die Anderen, welche sich nicht auf Unwägbarkeiten verlassen können, was Sie zu philosophischen Turmsprüngen Marke eingedrehter Rittberger in dreifacher Schraube veranlassen könnte, sind pedantische, übellaunige, misanthropische Kotzbrocken. Sie tragen das WÖRTERBUCH wie eine Bibel vor sich her, als würden aus dem Buchrücken alle Kritiker in gleißendem Feuer der Unantastbarkeit zu Asche versengt und Sie gleichsam als Schild vor jedwedem Zeichen an menschlichem Makel abdecken. Und da spreche ich noch nicht einmal vom Duden, nein. Das ist Laienkram und kostet unter 40 Euro; damit laufen Sie solchen Leuten besser gar nicht erst unter der hoch erhobenen Nase herum, wollen Sie nicht in den nächsten drei Wochen Ihr Selbstwertgefühl in Jack Daniels reanimieren. Hier sei mir eine Anmerkung gestattet. Ich mag es, dass hochprozentiger Stoff meinen Namen teilt.
Schwere blockige Einleitung…und ich könnte glatt fortfahren, denn Word kennt „blockige“ nicht…
Wenn Sie sagen, ich solle doch einfach die Rechtschreibhilfe ausschalten, dann werden Sie hier vor Tippfehlern und deren ausgewachsene Brüder, die echten orthographischen Overkiller kaum vorankommen. Nicht ohne Lektormachete.
Also, wir lassen sie an, diesen kleinen vorwitzigen Helfer in der Not. Wenn Sie sich mal ein Werk ganz ohne dieses nervige Sicherheitsnetz anschauen möchten, tippen Sie aus dem Kopf ein Gedicht im Programm Wordpad und jagen dies anschließend wieder durch das Standart-Word. Sie werden unangenehm überrascht sein…oder haben Sie eine Zwiebelfisch-Fanclubkarte hinter dem Führerschein in der Brieftasche?
Ich widerspreche keinem, der mir nachsagt, dass ich ein Problem mit meiner Orthographie habe. Ich leugne nicht, dass ich ohne die Rechtsschreibhilfe einen fehlerfreien Text dieses Formats nicht hinbekäme. Selbst in diesem stecken bestimmt tausende Tippfehler, die ich nicht erkenne. Trotz der Prüfung und ihrer farbigen Kringellinien…soll übrigens auch wieder falsch sein, aber diesmal bemühe ich den Bindestrich nicht, basta! (Anmerkung: Fünf Minuten später habe ich nun den Fehler gefunden…ohne Prüfung, die war ebenso hilflos.)
Ich schreibe das hier wie für eine Zeitkapsel. Anders als sonst ist es aber nicht meine Trägheit, sondern der Umstand, dass ich gar kein Internet mehr habe. Null, gar nichts, kein bisschen.
Ich sagte einst, es wäre angenehmer, statt einer unzuverlässigen Leitung gar keine Leitung zu haben, da wüsste man wenigstens, woran man ist.
Ich bin voller Reue und nehme diese großspurigen Worte in tiefer Demut zurück. Es ist mehr als lästig, es ist beängstigend quälend.
Mal abgesehen davon, dass ich das Internet wirklich gebrauchen könnte als Quelle der Information, ich würde selbiges gar nicht sosehr dieses Zweckes missen. Zehn Minuten reichen vollkommen aus, um sich über das Internet über die wichtigsten Tagesthemen zu informieren. Leider vergrößert sich diese Zeitspanne immer mehr, da das selektive Wahrnehmungsvermögen nun auch immer mehr im Internet gefordert ist, wo es beim Fernsehprogramm inzwischen restlos überfordert ist.
Zu meinem Leidwesen, es gibt bei mir nun wieder einen funktionierenden Fernsehanschluss und meine bessere Hälfte genießt ihre vergaste Nettolebenszeit in wohlig warmer geistiger Nulllinie. Sie ist weder dumm noch zurück geblieben, doch etwas anderes fällt ihr als Beschäftigung halt nicht ein, jetzt wo das Internet flöten ist. Vorher herrschte wenigstens noch jenes Wunderwerk der Kommunikation, Information und Interaktion auf ihrem mentalen Speiseplan der Zerstreuung. Wenn auch nur knapp, das will ich einräumen.
Ich hingegen vermisse die Zeit in meinem Leben, als es dieser ewig plappernde, ewig dröhnende, ewig gackernde Zyklop noch in Ketten lag, nur gespeist vom DvD-Player und der Konsole. Da war ich noch der Chef. Ich machte mein Programm. Keine Werbung, keine rassistischen, neokapitalistischen, narzisstischen und Konsumfördernden- und fordernden Lachsackparaden oder Voyeurspielplätze. Römisches Kolosseum, erste Reihe, beste Plätze, bei der Schlacht am sozialen Gesellschaftsbankett und man selber merkt nicht mehr über den Summton, der sich auf das eigene Bewusstsein legt, das man selbst in der Reihe zur Schlachtung steht…oder sitzt, auf der Couch. Fließbänder machen es möglich.
Kommen Sie mir jetzt bitte nicht mit einem geheucheltem Applaus und einem wütenden Aufschrei nach Revolution. Ich bitte Sie, derlei Geschmacklosigkeiten können wir uns doch inzwischen ersparen. Oder sehen Sie jemanden, der mit Ihnen dagegen vorgehen möchte? Der Zwiebelfisch-Fanclub vielleicht? Klar, das Bildungsbürgertum hatte ja auch schon immer etwas für den gemeinen Pöbel übrig, der sich zu seinen Füßen ringelt.
Ach und nur das Sie mich recht verstehen, ich selbst würde mir auf einen solchen Kreuzzug auch nicht folgen. Ich glaube nicht an Veränderung, ich glaube an Verdammung durch Wiederholung. Damit bin ich aufgewachsen. Verdammung durch Wiederholung. Raten Sie mal. wer mich dies gelehrt hat. Das Fernsehnprogramm.
Als ob ich geistig autonom wäre. Das strebe ich doch gar nicht mehr an. Wozu auch? Wer mit den Vorstellungen vom Untergang der Menschheit und deren Gesellschaft groß gezogen wird – und damit meine ich nicht mein Elternhaus -, wem das kollektive Scheitern des Humanismus und des demokratischen Gedankens in die Großhirnrinde eingebrannt wird, wer daraus Schlüsse zieht, das die Welt nicht am Abgrund steht, sondern schon einige bedeutende Schritte weiter ist, wer fest davon überzeugt ist, das der freie Fall dieser Gesellschaft noch gar nicht richtig an Geschwindigkeit gewonnen hat, der glaubt an keine Revolution mehr.
Revolutionen bedeuten in dieser Welt nur noch eines, sich einen noch schlimmeren Tyrannen unter zuordnen als dem vorhergehend. Einzig entscheidend ist, auf welcher Seite man dann steht…oder schwimmt, trifft es ehr. Oben oder unten.
Schüler schießen auf Lehrer weil sie das als einzigen verbleibenden Sinn in ihrem Leben erachten. Ich bin mir mehr als unsicher, ob ich wirklich noch diesen Beruf ergreifen möchte, jedenfalls unter den bestehenden Konditionen. Es geht gar nicht so sehr um die Gefahr von Leib und Leben als um die Verachtung, die in einem gärt. Gegen alles, was da draußen vor sich hin stinkt und inzwischen zu hilflos ist, sich selbst aus der betäubenden Umklammerung der vererbten Armut, materiell wie geistiger Natur, zu befreien.
Vielleicht ist der neue pädagogische Ansatz der, das man der jungen Generation nur beibringen muss, sich hinter den Stoff zu klemmen, damit sie auch mal BMW fahren können…wenigstens einen, der ihnen und nicht der Bank gehört.
Motivation durch Bestechung?
Das Problem ist eine Welt voller aufgeladener Eindrücke von Schön, Reich und Teuer in 15 Sekundenclips die solchem Moralgeschwafel schon lange nicht mehr die Zähne zu zeigen braucht. Ein müdes Lächeln reicht doch schon. Ja, stumm auf die Beweiße verweißen.
Nachhaltigkeit, auch wenn sie von der anderen Seite des Spiegels hervorbricht, reißt doch niemanden mehr aus seinem Schicksal heraus. Wie sollte auch, hat doch keiner mehr Zeit dafür.
Malochen gehen für Miete, Benzin und Versicherungen und beten, dass man beim Arzt nicht das zweite Magengeschwür präsentiert bekommt; weil man seit vier Wochen den Dispo nicht mehr schafft und die Nebenkostenabrechung noch nicht im Briefkasten war. Klar wissen die jungen Leute davon, keiner säuft sich in Flatratepartys um den Verstand, weil er keine Probleme hat, jedenfalls nicht in so großer Zahl, wie es die jungen Menschen zur Stunde immer wieder tun.
Sie sehen es an ihren Eltern. Die schuften immer härter und haben immer weniger. Fangen an zu saufen oder verkriechen sich hinter toten, abgestumpften Minen, die nichts mehr schocken kann, wenn die Nachrichten laufen. Ist doch eh alles Zwecklos, sagen dir solche Augen jeden Morgen, jeden Mittag und jeden Abend am Essenstisch. Kein Wunder, das man immer mehr Zeit mit Anderen verbringen will. Würde ich auch nicht ertragen so was.
Da muss man ja das Saufen anfangen, das Sammeln von zerstreuenden Momenten, damit man bloß nicht daran erinnert wird, das nach der Schule, mit 17 Jahren ca. das Leben aufhört und die Hölle beginnt.
Flexibel muss man sein und sich der Wirtschaft anpassen, dafür gilt es alles zu geben, doch nichts wird man dafür zurück erhalten. Erfüllende Jobs finden die wenigstens und wenn doch, dann fressen diese soviel Nettolebenszeit, dass man Hängematte und Zinkeimer für das Pappbüro gleich bei Einstellung mitbringen kann.
Und die Vernichtung seines eigenen Lebens garantiert nichts mehr. Keine Sicherheit.
Heute wirst du für 20 Jahre regelmäßiges Einzahlen in die Sozialkasse um deine Beiträge beschissen, nach nur 12 Monaten ohne Arbeit. Egal ob schuld bist oder nicht. Das macht Magengeschwüre. Auch wenn dir die Arbeit Spaß macht. Ob man am Ende von ihr Leben kann, wird dabei noch nicht einmal zur Diskussion gestellt.
Zu beneiden sind die jungen Menschen in Indien und China, die momentan an ihrer Zukunft basteln, die am Ende übrigens nicht anders aussehen wird, als die heute in Europa oder den USA, Japan etc.
Jene, die nämlich dort momentan 12 Stunden am Tag studieren gehen, um dann in der Frittenbude um die Ecke noch mal 6 Stunden zu arbeiten, die machen das in der Gewissheit, das Licht am Ende des Tunnels sein wird, arbeitet man nur hart genug dafür. Da werden momentan kluge Köpfe gebraucht und man zieht sie in einem gnadenlosen Wettbewerb heran, wer zurückbleibt, der sieht seine Zukunft von seinem Fenster aus, am Stadtrand. Da funkeln in der heißen Sonne die Dächer der Wellblechhütten. Entweder man kommt von da oder geht dahin zurück, wenn man nicht den Sprung ins obere Gesellschaftsbild schafft. Und das geht nur über die Bildung. Noch brauch man das Humanmaterial. Aber bald kann es schon vorbei sein, der Markt mit Fachidioten übersättigt. All dieses Wissen motiviert den Menschen in China, Indien und Brasilien.
In Deutschland ist der Zug dafür abgefahren, für ein Gros an jungen Menschen jedenfalls.
Revolutionen beginnen, laut einem klugen Kopf mit verschätztem Menschenbild damit, dass die einen nicht mehr können und die anderen nicht mehr wollen.
Interessant wäre es für mich, nachzuschlagen, wann und warum genau sich eine Volksmasse gegen ein offensichtlich lebensfeindliches Gesellschaftssystem stellt. Sicher haben viele weise Männer darüber wortreich Ergüsse zu Papier gebracht.
Ist der Mensch, der Homo Sapiens an sich, etwa die einzige Lebensform, die als Kollektiv agierend, sich gegen so etwas zu wehr setzen kann, also direkt gegen eine von ihm selbst geschaffene Umgebung gewaltsam – oder friedlich aber tiefgreifend- so umzuwälzen, das er sich selbst errettet? Kommt da nur ein einzelner kleiner Zünder als Individuum zu oder gleich mehre oder ist etwa urplötzlich das ganze Kollektiv in Bewegung?
Divide et impera heißt hier aber wohl die ultimative Waffe gegen all jene, die da versuchen, dem System bei zu kommen. Der Wohlstand fesselt genauso wie er befreit. Innovativ bist doch nur, wenn du von unten kommst, das war schon immer der neidische Grundtenor auf alle scheinheiligen Propheten, die da draußen rum rennen. Jene, die einem den Weltuntergang vorbeten und dabei noch kräftig Kasse machen, weil nur der Menschen, der sich nicht mehr um Nahrung. Obdach und Arbeit –heute her mit Geld gleichzusetzen – sorgen muss, kann sich Gedanken machen über die Welt, ihre Lage und die Lage seines Nachbarn.
Doch heute wie damals wollen diese Propheten etwas dafür, dass sie einem den Lauf der Dinge schildern, egal in welche Richtung dieser ihrer Meinung nachgeht.
Denn sie muss ja vermögend bleiben, weil sie sich ansonsten in die Reihen der armen Tölpel einordnen müssten.
Gerade so Hiphop-NewAge-Prediger oder Ghettohassvandalen gehen mir hier streng auf den Zeiger. Davon das ich Thomas D. hören, wird mein Leben auch nicht besser und wenn ich dem Aufruf von Fettes Brot folgen würde, mich zur Revolution vor der Reichstag stellen würde, was würde passieren, außer das man mich in Handschellen abführte. Nichts. Nur weil ich es noch nicht ausprobiert habe, ist es dadurch weniger wahr? Weniger folgerichtig, wahrscheinlich oder gar gesetzmäßig? In der heutigen Zeit?
Menschen sind wie Frösche. Aus heißem Wasser springen sie raus, warmes Wasser, das langsam zu kochen beginnt, darin werden sie elendig gedämpft. Weil der Mensch das Verlassen seiner Umwelt, und sei diese noch so latent feindlich, nicht wagen wird. Erst der Knall weckt Menschen auf. Erst dann beginnt er zu Handeln.
Doch clevere Menschen haben Ohropax erfunden. Fernsehen und Internet sind wohl die Jüngsten. Religion wohl das Älteste.
So kochen wir also vor uns hin. Witzig, das jene, die an der Herdplatte drehen mitkochen, doch glaube ich fest, das sie wesentlich angenehmer sterben werden als wir. Und den Weg dahin, der wird ohne Zweifel angenehmer sein.
Mhmm…irgendwo hab ich den Faden verloren.
Fest steht, sich selbst aufzugeben, das ist widersinnig. Schulen im überzogenem Selbstmitleid und Egoismus leer zu schießen, ist nur ein Symptom der dauerhaften Zersetzung vom gesellschaftlichen Zusammenleben, es ist meiner Ansicht aber kein Garant dafür, das die Menschheit an sich selbst zu ersticken droht. So was gab es immer und wird es immer geben. Egal wohin sich diese Welt dreht. Ich habe die Menschheit schon aufgeben, als ich noch wählen durfte. Was soll ich also noch wählen? Das kleinere Übel?
Ich wähle mich einfach selbst als Zentrum meiner Anstrengungen und befriedige nur noch meine Bedürfnisse. Mittelfristig scheint mir dass eine gute Alternative zu sein, bis ich irgendwo ankomme, wo man mir zeigt, dass es mehr Sinn macht, sich für den Rest der Welt einzusetzen. Bisher kreuzte eine solche Erkenntnis noch nicht meinen Weg.
PS:
Werter Leser, falls Sie Anstoß an diesem Text finden oder anderer Meinung sind, dann können Sie mich gerne eines besseren belehren. Darauf wäre ich sogar sehr gespannt. Allerdings, seien Sie auch geduldig mit mir. Ich habe immer noch nicht den Anspruch an mich, das meine Ergüsse irgendwie der Weißheit letzter Schluss sein sollten. Und auf dem Totenbett kann eh alles widerrufen. In dem Punkt lass ich Jesus bestimmt nicht hängen…
Nie enden wollende Einöde, gepaart mit dem absoluten Stress von begriffsstutzigen Behörden und maulfaulen Beamtenstatisten, die statt Hirn und Herz einen Vorschriftenkatalog implantiert bekommen haben? Ist dies der 4. oder der 5. Kreis der Hölle, was meinen Sie, werter Leser?
Ob Dante in unserer heutigen Zeit nicht gar über die schreckliche Sinnlosigkeit mancher Aufgaben gleich zwei bis drei Kreise dran gehängt hätte; ich wage die Behauptung, er hätte stilvoll und klassisch gleich zum Schierling gegriffen…
In solchen Zeiten regen einen die Kleinigkeiten auf, weil die üblen Dämonen einen nicht mehr mit Schrecken zu geißeln vermögen. Ein Beispiel:
„Nie enden wollende Einöde“…Mein Word-Program kennt das Wort Ödnis nicht…Ich weiche daher schon relativ genervt auf Einöde aus. Das ist quer, geht im Lesefluss runter wie ein Schuhkarton und klingt gestelzt…und soll dann auch noch falsch sein!
„Einöden“ bietet mir der grüne Sabotagekringel unter „Einöde“ als Korrekturvorschlag an…Was zur Hölle?
Werter Leser, sicher sind auch Sie eifriger Leser der Zwiebelfisch-Kolumne und haben alle drei Versionen von „Der Genitiv ist dem Dativ sein Tod“ im Schrank stehen. Sind Sie das? Haben Sie das grammatikalische Weisensteinrollen auf Partys auch zu Ihrem neuen Jagdsport auserkoren? Ja? Wenn Sie es nicht getan haben sollten, ignorieren Sie bitte meinen Wutausbruch über derlei Trendverbrechen im sozialen Gesellschaftskampf: „Ich bin viel clever wie du bist!“
Vielleicht gehören Sie aber doch dazu. Vielleicht sogar zu den Extremgroßwildjägerprofis, die die Paperback-serie dieser Klugscheißerbibeln schon in die Innenseiten Ihrer Jacketts haben einnähen lassen…
Ist dem also so, dann schreiben Sie es ruhig in die Comments. Sagen Sie mir, was ich falsch gemacht habe, als ich schrieb „Nie enden wollende Einöde…“ und warum da Einöden hingehört. Bitte, keine Scheu.
Warum ich so freimütig Sie dieses, in meinen Augen, Menschenverbrechens in der Kategorie Klugschwätzerei verdächtige? Weil inzwischen jeder dahergelaufene Depp mit toten Augen und falschem Grinsen mir erzählt, wie Sprache zu funktionieren hat. Entschuldigen Sie, dass ich Deutsch auf Lehramt studiere und es leid bin, alles einfach hinzunehmen, was mir die deutsche Grammatik / Orthographie zuweilen zumuten möchte.
Ich denke inzwischen schon beinahe, dass dieser Berufsweg doch nicht ganz der richtige für mich sein kann, wenn er einem beigebracht wird, als würde man Pathologie an verstorbenen Heiligen lernen. Angucken, aber nicht schneiden.
Die Einen, welche sich in der Historie der deutschen Sprache auf und ab tummeln, schwingen sich lustvoll von Liane zu Liane, denn Sie gehen durch die Welt, in der mit dem historisch abgesichertem Doppelboden kein Absturz vor den Studenten passieren kann, weil es entweder: nicht nachweisbar ist, was Sie faseln und damit als die einzige Wahrheit vorgetragen werden sollte. nämlich die eigene; oder weil es faktisch nachgewiesen ist und damit ohne Wenn und Aber unangetastet bleiben muss. Was ein Schachtelsatz, allerdings hört er inhaltlich einfach auf, wenn Sie erkennen, wann, wo und warum, bekommen Sie von mir einen Duden geschickt. Handsigniert. Versprochen.
Die Anderen, welche sich nicht auf Unwägbarkeiten verlassen können, was Sie zu philosophischen Turmsprüngen Marke eingedrehter Rittberger in dreifacher Schraube veranlassen könnte, sind pedantische, übellaunige, misanthropische Kotzbrocken. Sie tragen das WÖRTERBUCH wie eine Bibel vor sich her, als würden aus dem Buchrücken alle Kritiker in gleißendem Feuer der Unantastbarkeit zu Asche versengt und Sie gleichsam als Schild vor jedwedem Zeichen an menschlichem Makel abdecken. Und da spreche ich noch nicht einmal vom Duden, nein. Das ist Laienkram und kostet unter 40 Euro; damit laufen Sie solchen Leuten besser gar nicht erst unter der hoch erhobenen Nase herum, wollen Sie nicht in den nächsten drei Wochen Ihr Selbstwertgefühl in Jack Daniels reanimieren. Hier sei mir eine Anmerkung gestattet. Ich mag es, dass hochprozentiger Stoff meinen Namen teilt.
Schwere blockige Einleitung…und ich könnte glatt fortfahren, denn Word kennt „blockige“ nicht…
Wenn Sie sagen, ich solle doch einfach die Rechtschreibhilfe ausschalten, dann werden Sie hier vor Tippfehlern und deren ausgewachsene Brüder, die echten orthographischen Overkiller kaum vorankommen. Nicht ohne Lektormachete.
Also, wir lassen sie an, diesen kleinen vorwitzigen Helfer in der Not. Wenn Sie sich mal ein Werk ganz ohne dieses nervige Sicherheitsnetz anschauen möchten, tippen Sie aus dem Kopf ein Gedicht im Programm Wordpad und jagen dies anschließend wieder durch das Standart-Word. Sie werden unangenehm überrascht sein…oder haben Sie eine Zwiebelfisch-Fanclubkarte hinter dem Führerschein in der Brieftasche?
Ich widerspreche keinem, der mir nachsagt, dass ich ein Problem mit meiner Orthographie habe. Ich leugne nicht, dass ich ohne die Rechtsschreibhilfe einen fehlerfreien Text dieses Formats nicht hinbekäme. Selbst in diesem stecken bestimmt tausende Tippfehler, die ich nicht erkenne. Trotz der Prüfung und ihrer farbigen Kringellinien…soll übrigens auch wieder falsch sein, aber diesmal bemühe ich den Bindestrich nicht, basta! (Anmerkung: Fünf Minuten später habe ich nun den Fehler gefunden…ohne Prüfung, die war ebenso hilflos.)
Ich schreibe das hier wie für eine Zeitkapsel. Anders als sonst ist es aber nicht meine Trägheit, sondern der Umstand, dass ich gar kein Internet mehr habe. Null, gar nichts, kein bisschen.
Ich sagte einst, es wäre angenehmer, statt einer unzuverlässigen Leitung gar keine Leitung zu haben, da wüsste man wenigstens, woran man ist.
Ich bin voller Reue und nehme diese großspurigen Worte in tiefer Demut zurück. Es ist mehr als lästig, es ist beängstigend quälend.
Mal abgesehen davon, dass ich das Internet wirklich gebrauchen könnte als Quelle der Information, ich würde selbiges gar nicht sosehr dieses Zweckes missen. Zehn Minuten reichen vollkommen aus, um sich über das Internet über die wichtigsten Tagesthemen zu informieren. Leider vergrößert sich diese Zeitspanne immer mehr, da das selektive Wahrnehmungsvermögen nun auch immer mehr im Internet gefordert ist, wo es beim Fernsehprogramm inzwischen restlos überfordert ist.
Zu meinem Leidwesen, es gibt bei mir nun wieder einen funktionierenden Fernsehanschluss und meine bessere Hälfte genießt ihre vergaste Nettolebenszeit in wohlig warmer geistiger Nulllinie. Sie ist weder dumm noch zurück geblieben, doch etwas anderes fällt ihr als Beschäftigung halt nicht ein, jetzt wo das Internet flöten ist. Vorher herrschte wenigstens noch jenes Wunderwerk der Kommunikation, Information und Interaktion auf ihrem mentalen Speiseplan der Zerstreuung. Wenn auch nur knapp, das will ich einräumen.
Ich hingegen vermisse die Zeit in meinem Leben, als es dieser ewig plappernde, ewig dröhnende, ewig gackernde Zyklop noch in Ketten lag, nur gespeist vom DvD-Player und der Konsole. Da war ich noch der Chef. Ich machte mein Programm. Keine Werbung, keine rassistischen, neokapitalistischen, narzisstischen und Konsumfördernden- und fordernden Lachsackparaden oder Voyeurspielplätze. Römisches Kolosseum, erste Reihe, beste Plätze, bei der Schlacht am sozialen Gesellschaftsbankett und man selber merkt nicht mehr über den Summton, der sich auf das eigene Bewusstsein legt, das man selbst in der Reihe zur Schlachtung steht…oder sitzt, auf der Couch. Fließbänder machen es möglich.
Kommen Sie mir jetzt bitte nicht mit einem geheucheltem Applaus und einem wütenden Aufschrei nach Revolution. Ich bitte Sie, derlei Geschmacklosigkeiten können wir uns doch inzwischen ersparen. Oder sehen Sie jemanden, der mit Ihnen dagegen vorgehen möchte? Der Zwiebelfisch-Fanclub vielleicht? Klar, das Bildungsbürgertum hatte ja auch schon immer etwas für den gemeinen Pöbel übrig, der sich zu seinen Füßen ringelt.
Ach und nur das Sie mich recht verstehen, ich selbst würde mir auf einen solchen Kreuzzug auch nicht folgen. Ich glaube nicht an Veränderung, ich glaube an Verdammung durch Wiederholung. Damit bin ich aufgewachsen. Verdammung durch Wiederholung. Raten Sie mal. wer mich dies gelehrt hat. Das Fernsehnprogramm.
Als ob ich geistig autonom wäre. Das strebe ich doch gar nicht mehr an. Wozu auch? Wer mit den Vorstellungen vom Untergang der Menschheit und deren Gesellschaft groß gezogen wird – und damit meine ich nicht mein Elternhaus -, wem das kollektive Scheitern des Humanismus und des demokratischen Gedankens in die Großhirnrinde eingebrannt wird, wer daraus Schlüsse zieht, das die Welt nicht am Abgrund steht, sondern schon einige bedeutende Schritte weiter ist, wer fest davon überzeugt ist, das der freie Fall dieser Gesellschaft noch gar nicht richtig an Geschwindigkeit gewonnen hat, der glaubt an keine Revolution mehr.
Revolutionen bedeuten in dieser Welt nur noch eines, sich einen noch schlimmeren Tyrannen unter zuordnen als dem vorhergehend. Einzig entscheidend ist, auf welcher Seite man dann steht…oder schwimmt, trifft es ehr. Oben oder unten.
Schüler schießen auf Lehrer weil sie das als einzigen verbleibenden Sinn in ihrem Leben erachten. Ich bin mir mehr als unsicher, ob ich wirklich noch diesen Beruf ergreifen möchte, jedenfalls unter den bestehenden Konditionen. Es geht gar nicht so sehr um die Gefahr von Leib und Leben als um die Verachtung, die in einem gärt. Gegen alles, was da draußen vor sich hin stinkt und inzwischen zu hilflos ist, sich selbst aus der betäubenden Umklammerung der vererbten Armut, materiell wie geistiger Natur, zu befreien.
Vielleicht ist der neue pädagogische Ansatz der, das man der jungen Generation nur beibringen muss, sich hinter den Stoff zu klemmen, damit sie auch mal BMW fahren können…wenigstens einen, der ihnen und nicht der Bank gehört.
Motivation durch Bestechung?
Das Problem ist eine Welt voller aufgeladener Eindrücke von Schön, Reich und Teuer in 15 Sekundenclips die solchem Moralgeschwafel schon lange nicht mehr die Zähne zu zeigen braucht. Ein müdes Lächeln reicht doch schon. Ja, stumm auf die Beweiße verweißen.
Nachhaltigkeit, auch wenn sie von der anderen Seite des Spiegels hervorbricht, reißt doch niemanden mehr aus seinem Schicksal heraus. Wie sollte auch, hat doch keiner mehr Zeit dafür.
Malochen gehen für Miete, Benzin und Versicherungen und beten, dass man beim Arzt nicht das zweite Magengeschwür präsentiert bekommt; weil man seit vier Wochen den Dispo nicht mehr schafft und die Nebenkostenabrechung noch nicht im Briefkasten war. Klar wissen die jungen Leute davon, keiner säuft sich in Flatratepartys um den Verstand, weil er keine Probleme hat, jedenfalls nicht in so großer Zahl, wie es die jungen Menschen zur Stunde immer wieder tun.
Sie sehen es an ihren Eltern. Die schuften immer härter und haben immer weniger. Fangen an zu saufen oder verkriechen sich hinter toten, abgestumpften Minen, die nichts mehr schocken kann, wenn die Nachrichten laufen. Ist doch eh alles Zwecklos, sagen dir solche Augen jeden Morgen, jeden Mittag und jeden Abend am Essenstisch. Kein Wunder, das man immer mehr Zeit mit Anderen verbringen will. Würde ich auch nicht ertragen so was.
Da muss man ja das Saufen anfangen, das Sammeln von zerstreuenden Momenten, damit man bloß nicht daran erinnert wird, das nach der Schule, mit 17 Jahren ca. das Leben aufhört und die Hölle beginnt.
Flexibel muss man sein und sich der Wirtschaft anpassen, dafür gilt es alles zu geben, doch nichts wird man dafür zurück erhalten. Erfüllende Jobs finden die wenigstens und wenn doch, dann fressen diese soviel Nettolebenszeit, dass man Hängematte und Zinkeimer für das Pappbüro gleich bei Einstellung mitbringen kann.
Und die Vernichtung seines eigenen Lebens garantiert nichts mehr. Keine Sicherheit.
Heute wirst du für 20 Jahre regelmäßiges Einzahlen in die Sozialkasse um deine Beiträge beschissen, nach nur 12 Monaten ohne Arbeit. Egal ob schuld bist oder nicht. Das macht Magengeschwüre. Auch wenn dir die Arbeit Spaß macht. Ob man am Ende von ihr Leben kann, wird dabei noch nicht einmal zur Diskussion gestellt.
Zu beneiden sind die jungen Menschen in Indien und China, die momentan an ihrer Zukunft basteln, die am Ende übrigens nicht anders aussehen wird, als die heute in Europa oder den USA, Japan etc.
Jene, die nämlich dort momentan 12 Stunden am Tag studieren gehen, um dann in der Frittenbude um die Ecke noch mal 6 Stunden zu arbeiten, die machen das in der Gewissheit, das Licht am Ende des Tunnels sein wird, arbeitet man nur hart genug dafür. Da werden momentan kluge Köpfe gebraucht und man zieht sie in einem gnadenlosen Wettbewerb heran, wer zurückbleibt, der sieht seine Zukunft von seinem Fenster aus, am Stadtrand. Da funkeln in der heißen Sonne die Dächer der Wellblechhütten. Entweder man kommt von da oder geht dahin zurück, wenn man nicht den Sprung ins obere Gesellschaftsbild schafft. Und das geht nur über die Bildung. Noch brauch man das Humanmaterial. Aber bald kann es schon vorbei sein, der Markt mit Fachidioten übersättigt. All dieses Wissen motiviert den Menschen in China, Indien und Brasilien.
In Deutschland ist der Zug dafür abgefahren, für ein Gros an jungen Menschen jedenfalls.
Revolutionen beginnen, laut einem klugen Kopf mit verschätztem Menschenbild damit, dass die einen nicht mehr können und die anderen nicht mehr wollen.
Interessant wäre es für mich, nachzuschlagen, wann und warum genau sich eine Volksmasse gegen ein offensichtlich lebensfeindliches Gesellschaftssystem stellt. Sicher haben viele weise Männer darüber wortreich Ergüsse zu Papier gebracht.
Ist der Mensch, der Homo Sapiens an sich, etwa die einzige Lebensform, die als Kollektiv agierend, sich gegen so etwas zu wehr setzen kann, also direkt gegen eine von ihm selbst geschaffene Umgebung gewaltsam – oder friedlich aber tiefgreifend- so umzuwälzen, das er sich selbst errettet? Kommt da nur ein einzelner kleiner Zünder als Individuum zu oder gleich mehre oder ist etwa urplötzlich das ganze Kollektiv in Bewegung?
Divide et impera heißt hier aber wohl die ultimative Waffe gegen all jene, die da versuchen, dem System bei zu kommen. Der Wohlstand fesselt genauso wie er befreit. Innovativ bist doch nur, wenn du von unten kommst, das war schon immer der neidische Grundtenor auf alle scheinheiligen Propheten, die da draußen rum rennen. Jene, die einem den Weltuntergang vorbeten und dabei noch kräftig Kasse machen, weil nur der Menschen, der sich nicht mehr um Nahrung. Obdach und Arbeit –heute her mit Geld gleichzusetzen – sorgen muss, kann sich Gedanken machen über die Welt, ihre Lage und die Lage seines Nachbarn.
Doch heute wie damals wollen diese Propheten etwas dafür, dass sie einem den Lauf der Dinge schildern, egal in welche Richtung dieser ihrer Meinung nachgeht.
Denn sie muss ja vermögend bleiben, weil sie sich ansonsten in die Reihen der armen Tölpel einordnen müssten.
Gerade so Hiphop-NewAge-Prediger oder Ghettohassvandalen gehen mir hier streng auf den Zeiger. Davon das ich Thomas D. hören, wird mein Leben auch nicht besser und wenn ich dem Aufruf von Fettes Brot folgen würde, mich zur Revolution vor der Reichstag stellen würde, was würde passieren, außer das man mich in Handschellen abführte. Nichts. Nur weil ich es noch nicht ausprobiert habe, ist es dadurch weniger wahr? Weniger folgerichtig, wahrscheinlich oder gar gesetzmäßig? In der heutigen Zeit?
Menschen sind wie Frösche. Aus heißem Wasser springen sie raus, warmes Wasser, das langsam zu kochen beginnt, darin werden sie elendig gedämpft. Weil der Mensch das Verlassen seiner Umwelt, und sei diese noch so latent feindlich, nicht wagen wird. Erst der Knall weckt Menschen auf. Erst dann beginnt er zu Handeln.
Doch clevere Menschen haben Ohropax erfunden. Fernsehen und Internet sind wohl die Jüngsten. Religion wohl das Älteste.
So kochen wir also vor uns hin. Witzig, das jene, die an der Herdplatte drehen mitkochen, doch glaube ich fest, das sie wesentlich angenehmer sterben werden als wir. Und den Weg dahin, der wird ohne Zweifel angenehmer sein.
Mhmm…irgendwo hab ich den Faden verloren.
Fest steht, sich selbst aufzugeben, das ist widersinnig. Schulen im überzogenem Selbstmitleid und Egoismus leer zu schießen, ist nur ein Symptom der dauerhaften Zersetzung vom gesellschaftlichen Zusammenleben, es ist meiner Ansicht aber kein Garant dafür, das die Menschheit an sich selbst zu ersticken droht. So was gab es immer und wird es immer geben. Egal wohin sich diese Welt dreht. Ich habe die Menschheit schon aufgeben, als ich noch wählen durfte. Was soll ich also noch wählen? Das kleinere Übel?
Ich wähle mich einfach selbst als Zentrum meiner Anstrengungen und befriedige nur noch meine Bedürfnisse. Mittelfristig scheint mir dass eine gute Alternative zu sein, bis ich irgendwo ankomme, wo man mir zeigt, dass es mehr Sinn macht, sich für den Rest der Welt einzusetzen. Bisher kreuzte eine solche Erkenntnis noch nicht meinen Weg.
PS:
Werter Leser, falls Sie Anstoß an diesem Text finden oder anderer Meinung sind, dann können Sie mich gerne eines besseren belehren. Darauf wäre ich sogar sehr gespannt. Allerdings, seien Sie auch geduldig mit mir. Ich habe immer noch nicht den Anspruch an mich, das meine Ergüsse irgendwie der Weißheit letzter Schluss sein sollten. Und auf dem Totenbett kann eh alles widerrufen. In dem Punkt lass ich Jesus bestimmt nicht hängen…
Moltenmind - Sa, 15. Dez, 19:41