Einer meiner geschätzten Gildenkollegen postete vorkurzem dies:
http://daharka.twoday.net/stories/3800005/#3804630
Mhm…geht es Ihnen nicht manchmal auch so, werter Leser? Sie schlagen die Zeitung auf und lesen, dass eine Rugbymannschaft aus Australien gegen eine Weltauswahl erst kürzlich deutlich gewinnen konnte.
Das ist aber schön für sie…Was kommt heute Abend eigentlich im Fernsehen.
Es liegt mir fern, die Leistung der Gilde abzuwerten, die erfolgreich einen der derzeit schwersten Instanzgänge schon so gut wie hinter sich haben, nur wenige Wochen nach der Veröffentlichung der Instanz. Doch kann ich sie dazu auch nicht ernsthaft beglückwünschen oder mich davon beeindruckt fühlen, da es so gar nichts beeinflussen wird, was ich oder meine Bekannten in WoW erleben oder erleben werden. Es hat keinen Einfluss auf uns.
Ein steriler, abgeklärter Sieg, fern und irgendwie unwirklich. Es bleibt der private Erfolg von Nihilum. Wir anderen zucken die Schultern und klatschen müde Beifall.
In zwei Monaten kann sich kaum noch jemand daran erinnern, oder wissen Sie vielleicht, wer den letzten Marathon gewonnen hat?
Moltenmind - Di, 5. Jun, 13:50
Nun, werter Leser, Ihnen dürfte ja meine eigene Meinung über das alltägliche Raidgeschäft nun hinlänglich bekannt seien. Es sei daher unerwähnt, das ich selbst mich durchaus gerne davon befreit sehe, ob ich das nun selbst tue oder meine Gilde einfach selbiger Tätigkeit nicht mehr nachgeht.
Da jeglicher Sinn in WoW in dem Erlangen von epischen Gegenständen zu liegen scheint und diese oftmals nur durch das Raiden von Instanzen erlangt werden können, liegt der fatale Missstand auf der Hand. Gilden, die nicht raiden, sind wie alte Autos. Man hängt an ihnen und weiß nicht, ob sie die nächsten 100 Kilometer noch schaffen.
Symptomatisch sind die heulenden Zylinder, die an jeder Ampel verdächtig schnaufen. Erkennen Sie das Gleichnis wieder? Wenn nicht, gehören Sie sicherlich einer der funktionierenden Raidgilden an oder sind allein in der World of Warcraft unterwegs.
Heulende Zylinder:
Der Motor eines jeden Raids sind die Mitglieder der Gilde, die solche organisieren und leiten. Steuereinheit und Herzstück solcher Kommandounternehmen geben sich tragende Titel wie „Rat“ „Leitung“ oder „Management“. Lassen Sie sich von keinem noch so groß klingendem Titel abschrecken, dahinter stehen lediglich vier bis fünf Spieler, die so viele epische Items wie nur möglich wollen und sich deshalb Stunde für Stunde hinsetzen und eine Taktik nach der anderen lesen, um später andere Spieler zum Sieg führen zu können. Es soll auch schon Spieler gegeben haben, die nur fürs Erlebnis raiden gehen, doch Blizzard hat hier mitgedacht. Gier zieht mehr und lässt sich viel einfacher und unkomplizierter befriedigen. So sind Erlebnisspieler durch Profilachsen a la Moltencore oder BWL meist schon zur ersten Gruppe übergetreten.
Dennoch sei die Leistung dieser Spieler keineswegs herabgewürdigt. Ja, sie verbringen eine Menge Zeit mit Planung und Organisation. Doch bitte, fallen Sie nicht auf das weinerliche Getue herein, das viele dieser Spieler absondern, wenn es mal nicht so läuft, wie diese es ach so gerne hätten.
Erstens: Einen Raid auf die Beine zustellen und zuleiten ist kein Hexenwerk.
Zweitens: Anführern den Arsch zu pudern, damit man am Ende nicht selbst die Arbeit am Hals hat, war noch nie sehr erfolgreich. Feige und rückratlos sich hinzustellen und nur für die leichten Items sich raus zuhalten, ist oftmals der wahre Grund für den Untergang einer Raidgilde oder deren Bündnisse.
Da Leiter und Chefs grundsätzlich immer ihre eigene Arbeit für Unterwürdigt halten, ist es nicht verwunderlich, wenn diese immer an allem etwas zu meckern haben. Leider stumpfen andere Mitglieder auf dem Ohr schnell soweit ab, das der kritische Zustand einer Gilde sich schleichend einstellt.
Gefräßige Kolben:
Viele Spieler sind verwöhnte Kinder, egal wie alt sie sind. Anwesenheit und 3 Knöpfe drücken. Dann wird das lila Zeug kommentarlos eingepackt und weg ist man. Was Sinnvolles tun. Wie Autisten reagieren solche Spieler sehr empfindlich auf veränderte Situationen, vor allem wenn sie nicht bekommen, was sie wollen. Dann mutieren sie zu bockigen Kindern in eine Trotzphase und schlagen wild um sich. Halten Sie solche Spieler sorgsam von Ihrem Raid fern. Leider sind diese Kreaturen nicht leicht zu erkennen, da sie sich unter dem Deckmantel der schweigsamen Automatisierung verstecken und rücksichtslos die Lethargie der Harmonie als Schild benutzen. Bloß keinen Streit anfangen und kein Rumgezicke riskieren.
Nun, wenn Sie genug lila Treibstoff haben, können Sie diese Komponenten eine lange Zeit durchfüttern. Vorsichtig aber, bei einer unvorhergesehenen Drehzahlerhöhung. Hungrige Kolben neigen zu Kolbenfressern.
Weniger Sprit bei mehr Leistung:
Einem Perpetuum Mobile gleichsam, so kommt es mir manchmal vor, wie manche Spieler durch diese virtuelle Welt tanzen wollen. Sie träumen von epischen Gegenständen und wollen dafür nicht mehr tun, als sie ohnehin schon getan haben: Sich eingeloggt und Geld bezahlt. Das geht schon beim Einladen in einen Schlachtzug los.
Termine sind völlig willkürlich. Spätestens nach dem dritten Mal kommen die ersten zu spät.
Dann geht es weiter, das die Spieler feststellen, das man noch zu Instanzen laufen muss. Nein, das können doch Hexenmeister eh viel besser. Wenn diese eh schon da sind, ist das Erstellen eines Portals doch wohl nicht zuviel verlangt. Innerhalb der Instanzen wiederholt man selbiges Spiel. Direkt vor den Boss …wie du kannst mich nicht genau auf meine Position stellen?
Dann geht es weiter. Wasser und Brot wird bitte gezaubert und der Magier hat dann die Teilnehmer abzulaufen und es allen auszuhändigen. Bitte und Danke sind hier fehlt am Platz, sonst werden die Kühlboxen auf zwei Beinen noch unerzogen. Ähnliches Spiel mit den Gesundheitssteinen.
Alles ist lästig und den Spielern zuwider. Vielmehr möchte man sich angeregt darüber beschweren, wie langsam man doch heute voran kommt und das beim letzten Boss nur Müll gefallen ist und man teuer Instandsetzungkosten für seine Sachen hatte und die sonstigen Reagenzien einen ja förmlich umbringen und und und…
Sollten Sie einmal einen Raid leiten, nehmen Sie für derlei Spieler bitte den Goldlöffel mit, damit Sie dessen Hoden auch seinen Ansprüchen gerecht zuwenden im Stande sind. Er liegt sich auf einem Raid ja förmlich wund.
Die aufgewandte Energie darf für jene Auserwählte nicht das Endergebnis an Wert unterschreiten. Jegliches Abweichen von dieser in Erz gegossenen Formel wird lauthals beklagt und beweint.
Ich selbst habe mich auch diesem Verhalten hingegeben, keine Frage. Nicht grundlos habe ich derlei tiefgehende Kenntnisse über den Gemütszustand von vielen Spielern. Heute raide ich nicht mehr. Vielleicht ein Segen für manchen meiner alten Leiter.
Abstimmung mit den Füßen:
Ich kann durchaus verstehen, dass sich nicht jeder der Situation gewachsen sieht, einen Schlachtzug durch eine Instanz zu treiben. Ich habe auch den nötigen Respekt vor jedem, der dies immer wieder und wieder tut.
Ich selbst werde, wenn das so in meiner eigenen Gilde weitergeht, nicht wieder raiden können, weder mit dem Jäger, was ich ohnehin nicht mehr vorhatte, noch mit der Priesterin. Vielleicht, wenn ich selber zum Leiter werde. Man wird sehen, ob es meine Gilde zu diesem Zeitpunkt dann noch gibt. 30 Level und jede Menge Vorquests trennen mich von der Antwort.
Ich erzähle Ihnen dann gerne davon, sollte es dazu kommen. So oder so.
UPDATE: Sternzeit 200705120222
Tja, werter Leser, Totgesagte leben länger. Selbst jene, die Selbstgespräche führen.
Da es ich momentan mich ganz ins Geschäft des Burgerwendens vertiefe, denn ja, auch ich habe eine Schwäche für Nahrung und Obdach, bin ich nicht mehr ganz auf der Höhe, was dies anbetrifft.
Zwar freut es mich, das meine Gilde nun erfolgreicher im PvE wird, doch beschleicht mich darüber hinaus eine gewisse Ermüdung in Sachen World of Warcraft, die ich schon lange nicht mehr hatte. Priester, selbst in kompletter Heilungsmontur, scheinen immer unbeliebter zu werden. Da ich mich schon nicht als Jäger nur wegen "Kumpelstatus" mitnehmen lassen möchte, sondern auch als Unterstützung dienen will, scheint Priester eine Sackgasse zu sein.
In Sachen PvP wird an der Klasse ohnehin nach wie vor rumgesägt, was das Zeug hält. Sehen Sie sich die zukunftigen Patchnotes an, 5 % Schaden weg, einfach mal so, als wäre dies schon lange fällig gewesen. Ich müsste also, um PvPfähig zu werden, mit einem starken Schadensset gegenkoppeln, das man aber nicht durchs PvP erhält und im PvE Schattenpriester ehr Manabatterien und Regenrationsrobotor geworden sind, als wirkliche Schadensklassen. Schamanen, Hexer und Magier sind darin besser...natürlich, kein Zweifel. In Sachen Raid heile ich auch lieber. Doch verbaue ich mir damit im Grunde doch das Recht, auf das Schadensset zu gehen, oder? Muss ich dann nicht das Heilungsset nehmen, noch mehr Willenskraft und +Heilung tanken, damit mein Schädel am Ende nicht mehr durch die Dungeontür passt? Klar, was auch sonst...gähn...vielleicht erkenne Sie die vertrakte Lage. Selbst wenn ich Spaß am Raiden haben würde, bliebe es für mich ziellos, selbst auf kurze Sicht betrachtet.
Moltenmind - Sa, 5. Mai, 18:00
Der Haken an der Unendlichkeit
Insgesamt bin ich durch eine ziemlich unproduktive Zeit gegangen, was das Geschehen in der World of Warcraft betrifft.
Zwar haben andere genauso wie ich einst im Kern, der ersten großen Abendteuerhöhle dieser Welt gestanden und sich nach dem hundertsten Kernriesen gefragt, was man hier zum Henker machen würde, doch wenn dann endlich das ersehnte Ausrüstungsteil oder die eine Waffe gefallen war, wurde alles für einen kurzen Stich hell und deutlich vor dem inneren Auge. Als habe man eine Glühbirne eingeschaltet, welche für eine Millisekunde aufflammt…und dann alles in Dunkelheit zurück lässt.
So ist es in etwa mit den Zielen des PvE-Spiels. Man steht lange und gelangweilt in einer lustlos gestalteten Höhle herum und drückt Knöpfe.
Mit der Erweiterung hat sich zumindest grafisch einiges getan und auch die Entwickler lernen immer noch dazu.
Viele scheinen deshalb unbewusst oder aus Trotz weiter zu machen. Set für Set. Die Halbwertzeit eines solchen kompletten Satz aus mehren Kleidungsteilen ist denkbar gering, wenn man die Zeit in betracht zieht, die man braucht, um es zu komplettieren. Ich schätze es tatsächlich nicht länger als auf einen Monat ein, dann sammelt man bereits kräftig am nächst höherem. Dieses wäre dann wohl für mich überhaupt erst einmal Tier 3 gewesen, wobei ich nur drei Teile des Vorläufers besaß und erst kürzlich das erste Stück davon ablegen konnte. Das Set habe ich ohnehin mit wenig Begeisterung getragen, da es als Zwergenjäger für mich einfach eine Zumutung ist, in lilaorangen Klamotten rumzuflitzen. Tier 3 war da schon ehr was, doch noch bevor ich überhaupt den Zugang zu diesem Set bekam, schlugen mit der Erweiterung in kurzer Folge gleich 5 neue Sets ein, alle wesentlich besser als der frühere Kram.
Ich weiß schon, was Sie denken, geschätzter Leser. „Mehr schreien Noob?! So ist das halt in einem endlosen Spiel. Man muss weiter machen.“
Ach, ist das so? Bisher hat es noch niemand wirklich schlüssig vermocht mir zu erklären, warum ich das denn müsse. Immer das nächste Set sammeln. Wofür bitte? Wegen den besseren Boni? Oder den besseren Werten?
Manchmal komme ich mir vor, wie in einer riesigen Mathematik-AG gefangen. Streber mit karierten Hemden und dicken Brillen sitzen voreinander und haben teilweise die Zungen aus dem Mund gesteckt, so konzentrieren sie sich auf die vielen kleinen Zahlen und Werte. Plus reichlich hier und prozentual doppelt soviel dort. Das hauen sie sich um die Ohren und enträtseln es, als gelte es das Leben. Und wenn ich dann vorsichtig sage, dass dieses Faktorengeschubse mich nicht sonderlich erfüllt, schmeißt man mich genau mit den selbigen zu, als würde das meine Interesse daran irgendwie steigern.
Natürlich bin ich mir bewusst, dass die neuen Sets wesentlich mehr Schaden machen und die Nachfolger werden noch mehr austeilen. Das Wachsen von Werten hat die Menschen schon immer beeindruckt, aber sich selbst noch Herr über diese Zahlen nennen zu können, die einem das Gefühl von Macht und Stärke suggerieren…da kann es gar keinen anderen Weg geben, als darauf Jagd zumachen. Die Alternative hieße Leninismus/Marxismus, und das hat nachweislich nicht so doll hingehauen…da critet man halt auch weniger und alle haben die gleichen Sachen an…obwohl…ist das jetzt nicht WoW auch so…?
Wer ist die schönste im ganzen Land?
World of Warcraft ist einerseits ein Segen und ein Fluch zugleich für alle modebewussten Rollenspieler der Gameszene. Einerseits kann man, wenn man mit der Topmode der Zeit gehen will, nicht viel falsch machen. Man bekommt nur ein uniformes Set…wie alle anderen…wer hat da was von „Zonenwirtschaft genuschelt? Die Werte variieren neuerdings auf Rücksichtnahme von Skillungen, weil Schönheit ja auch von innen kommen soll. Doch der individuelle Einzelkind-Typ, der gern denn ganzen Kinosaal vorbestellt, wird nicht glücklich, wenn er geklonte Brüder und Schwestern durch die Welt flitzen sieht.
Selbst legendär titanische Waffen sind schnell verbreitet, wo mit man sich gern die Frage stellen darf, wie viele Ritter bei Arthus wohl Excalibur auf den Tisch gepackt haben? Oder wer noch alles den Einen Ring zum Schicksalsberg geschleppt haben mochte?
Bei Guildwars kann man wenigstens die Klamotten umfärben…sodass am Ende doch alle wieder in Schwarz Rumrennen und die Preise dafür unbezahlbar werden.
Schon damals im Pechschwingenflügel habe ich den Sinn hinter all diesem Wahn nicht recht verstanden, aber viele Kollegen waren um mich und ich wollte niemanden kränken oder beleidigen. Sie schienen alle so begeistert von dem Kram. Ich zu beginn auch, aber das legte sich schnell, als ich nach dem ersten Tier 1-Teil über Tier 2 belehrt wurde. Allein die Optik beider Sets war zum davonlaufen.
Um ehrlich zu sein, ich wollte auch nicht aus der Reihe tanzen, mein eigenes Ding machen und sie somit verprellen. Dann wäre ich allein gewesen. Was soll man allein in einem Massenrollenspiel? Also zog ich weiter mit, ließ mir als Jäger ein hässlicheres Item als das andere andrehen und nie habe ich mich wirklich drüber freuen können. Einmal war da der Fakt, das ich mehr auf Optik als Werte schaute, zum anderen, das ich schon aus eigener Kraft, aus eigenen Fähigkeiten heraus gut sein wollte, nicht nur wegen meiner Ausrüstung.
Spaß gemacht hat es dennoch, das Zeug aus den Rippen der Monster zu prügeln…jedenfalls zu Beginn. Dann wurde es schnell eintönig und am Ende hatte ich, trotz der Kumpels, keine Lust mehr drauf. Nur einmal gab es einen wirklich tollen Fang, für den ich auch ganz gezielt mit losgezogen bin. Der Gurubashizwergenzerstörer.
Schon der Name ist doch ne Ansage. nicht wahr? Soweit ich weiß, meine erste epische Waffe. Hakkar, dem Seelenschinder nahmen wir das Teil ab, eine Flinte für einen Jäger, die eigentlich mehr einem Schurken genutzt hätte. Jäger hatten schon immer auf den epischen Bogen scharf zu sein! Punkt.
Ich bin stolz drauf, die Aufgabe dafür zwar gemacht zu haben, aber weder Bogen noch Stab habe ich genutzt. Mehr aus Trotz heraus habe ich ihn umgehend vernichtet. Ich bitte Sie, seien wir ehrlich. Ein Zwerg, mit einem Bogen? Zwerge tragen Hämmer und wohnen in Minen. Sie fressen Blei und scheißen Kanonenkugeln.
Nun, das ist alles schön und gut. Es lebt sicht nämlich, ganz entgegen der Märe vom Musthave-Status der Sets sehr gut in World of Warcraft. Zwar gerät man schnell in den Verruf, das man nichts mehr zustande brächte, allerdings hat man sieben Tage die Woche frei und kann sich sehr gut allein amüsieren.
Zwei Dinge sind daran aber eigentlich sehr schade und stehen für eines der großen Probleme von World of Warcraft und seiner Spielergemeindschaft.
Des Kaisers neue Kleider?
Die erste und letzte Maxime, die man zu beachten hat, will man einen anderen Mitspieler einschätzen, ist die Farbe seiner Ausrüstung. Herrscht nicht Lila vor, ist es ein untalentierter planloser Gimb, der besser seine Zeit weiter mit Tetris oder Puralben verbracht hätte.
Seltsamerweise funktioniert das andersherum ebenso wenig. Ist er nämlich komplett in epische Gewänder gehüllt, hat er sich sicher nur in Großgilden durch die Kämpfe ziehen lassen. Anzufangen ist dennoch was mit ihm und mehr wert als das grünblaue Gewürm zu seinen Füßen ist er alle mal.
Werter Leser, ich will nichts unversucht lassen, obwohl ich die Hoffnung immer wieder aufgebe, noch ein wenig Weisheit streuen zu wollen. Fähigkeiten hängen nicht maßgeblich von den Werkzeugen ab. Sie bauen sie nicht einmal aus, sie unterstützen sie mehr. Seien Sie also vorsichtiger und üben Sie sich in Geduld, wenn es um das Urteil über einen anderen Spieler geht.
In einem werden die Rassisten vom Verein der anonymen Epicträger allerdings immer wieder bestätigt. Kämpfe werden, soweit sich die Ausrüstung deutlich unterscheidet, von eben selbiger entschieden. Gerade im PvP-Bereich entscheidet sich ein Kampf immer mehr darüber, wer mehr einstecken kann. Wenn ein Stahlschrank mit hundert Litern Bioquark gefüllt vor Ihnen steht, werden Sie diesen kaum tot bekommen, selbst wenn das Innere schon leicht säuerlich riecht.
Mein Tipp für Sie. Bohren Sie den Schrank an, füllen Sie die Zwischenräume mit Wasser auf, oder mit Salzsäure, falls Sie einen Blutelfen vor sich haben, und sprengen Sie ihn. Da Flüssigkeiten sich nicht komprimieren lassen…na ja, wenn Ihr Lieblingsteilgebiet der Physik auch schon immer „Sprengstoffe und deren Auswirkungen“ waren, wissen Sie ja was kommt. Wenn nicht, lassen Sie sich überraschen.
Sollten Sie allerdings keinen Bohrer haben oder schon tot sein, bevor Sie ihn ansetzen können, vielleicht weil der Schneidbrenner in Gestalt eines untoten Supernovahyperblastwerfer alias Arkanmagier Sie unter Feuer nimmt, dann müssen Sie sich wohl mit dem Gedanken anfreunden, das bald Epische Teile in ihren Kleiderraum einzuziehen haben.
Auf den begriffsstutzigen Bengel, der da ruft, der Kaiser wäre nackt, auf den werden Sie wohl noch lange warten müssen. Klingt Tetris in Ihren Ohren nicht wieder ganz doll aufregend? Ich habe schon meinen Rekord von fünfhunderttausend Punkten eingestellt und werde wohl bald wieder den Rasiermich-Ken auspacken, damit er zu „Abenteuerland“ tanzen kann.
Moltenmind - Mi, 18. Apr, 04:47