PvP

Montag, 21. Januar 2008

...Mhm...

Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich über dieses Thema schreiben möchte, da ich selber mich davon nicht wirklich berührt fühle. Jedoch nagt da etwas in mir, das mir zu schaffen macht. Das Gefühl, das man hat, wenn eine Wunde im Mund nicht abheilen will, weil man immer wieder mit der Zunge darüber fahren muss.
Das Gefühl, falsch verstanden worden zu sein. Oder besser gesagt, das man mich und meine Motive in die falsche Ecke eingeordnet hat.
Beginnen wir wie immer von vorne, werter Leser. Sie haben es verdient und ich bin nicht müde, Sie auch hier durchzuschleifen.

Das Thema Boten scheint momentan groß in Mode zu sein. Egal wie man dazu steht, es ist genau genommen ein durch ein drittes Programm ermöglichtest Automatisieren von Bewegungsabläufen in WoW. Dienlich dazu die AFK-Reglung in Schlachtfeldern zu täuschen. Damit erfühlt es den Tatbestand des Betrugs, da Blizzard schon im Vorfeld Funktionen ins Spiel eingefügt hat, um eben Afk-Spieler melden zu können, damit diese vom Ehregewinn ausgeschlossen werden. Allerdings wart Blizzard hier wieder einmal das Heiligtum der zahlenden Kundschaft. Denn diese werden, selbst bei groben Verstößen gegen klare Regeln, von Ethik und Moral oder gar dem schlichtem Sportsgeist spreche ich ja schon nicht mehr, nicht grundsätzlich bestraft, sondern lediglich in die Ecke gestellt. Frei nach dem Motto: „Spielen tut ihr ja noch, also her mit den 13 Kröten.“ Freizeitpark mit Spiel und Spaß, aber wer sich daneben benimmt, darf nicht mit auf Karussell?
Anders als bei Diablo wird es nicht zu massenhaften Acountbannung kommen. Da hängt einfach zu viel Geld hinter. Und seien wir ehrlich, es ist ohne hin nur PvP. Wem tut das schon weh? Jedenfalls scheint mir diese Politik von Blizzard wie eine rote Line durch all die Jahre WoW zu ziehen. Da boten sich viele Spieler die Items zusammen…und? Wen stört das, da es außerhalb von Stammgruppen, also festen Teams aus Spielern, kein wirkliches PvP gibt? Auf meinem Pool jedenfalls nicht und ich denke auch nicht auf den anderen. Lasst sie also boten. Dann haben sie ihr Gear zusammen und spammen wenigstens nicht den Chat voll und lassen andere Spieler in Frieden, wenn die einfach nur ein bisschen Deathmatchfealing genießen wollen, ergo Scheiß auf Taktik spielen. Ich selber habe mit meiner G11 einige Mal in Alteractal über ein Makro Afk verhindert. Warum auch nicht. PvP aktiv ist unspannend und grenzt an geistiger Folter. Aber das ist nur mein Empfinden und ich werde nicht für andere sprechen oder ihnen gar vorschreiben, wie sie was in WoW zutun oder zu lassen haben. Der Satz ist wichtig, erinnern Sie sich bitte daran, werter Leser.

Soviel zu Materie und was ich davon halte. Bots, die mich anmelden und stundenlang durch Schlachtfelder ziehen habe ich nicht benutzt, allerdings schon viele FAQ dazu gelesen und –Schreck lass nach- sogar irgend so ein Tool gedownloadet. Die Dinger sind witzig und die viele Youtube-Videos zeigen ja, was richtig gute Teile draufen haben. Wenn Sie also vorwiegend im Alteractal einen Spieler gegen Wände laufen sehen, dann hat dieser einfach den Bot falsch oder gar nicht eingestellt, das ist nämlich tatsächlich recht zeitaufwändig…vier oder fünf Clicks schätze ich es ein. Nun, man mag selbst entscheiden, was daran aufwändig ist, allerdings neigen Menschen, die Videospiele mit Cheats betreiben, schnell gierig und faul zu werden. So wird am Ende gar nicht mehr eingestellt, sondern einfach nur noch laufen gelassen. Gute Bots hingegen sind schon kleine Dinger der Unmöglichkeit und oftmals schwer zu erkennen, wenn man nicht selber schon die einen oder anderen Tools dafür gesehen hat.

Jetzt hat sich meine Gilde allerdings in zwei Lager gespalten und ich bin da in eine, meines Erachtens nach, etwas pathetisch geführte Diskussion reingetappt, noch dazu als diese sich im Abebben befand. Nun, mag sein das es an der Urzeit lag, 5 Uhr Morgens nach vielen Stunden sinnlosem Tun. Ich habe einfach versucht, den üblichen Tenor aufzugreifen, der in meiner Gilde häufig an den Tag gelegt wird und bin damit als depressives Monster einigen übel aufgestoßen. Desillusioniert und misanthropisch übellaunig hat man meine Meinung als Unqualifiziert ab getan. Man habe anscheinend nur die Spielwelt retten wollen – bei einigen lass es sich so, andere schienen auf Rache aus zu sein gegen all, die auch bei uns boten. Die genauen Beweggründe, warum sich viele zu edelblütigen Verteidigern des Glaubens und der Krone aufgeschwungen haben gegen die bösen Boter, bleiben mir schleierhaft. Ich persönlich bin der Ansicht, das innerhalb der Gilde Prinzipen des eigenen Gewissens schwerer wiegen sollten, als der Gruppenzwang. Doch darüber noch zu diskutieren, ob und wie man jene gildeninterne Boter bestrafen soll, empfand ich einfach schlicht und ergreifend als Heuchelei. Man meldet den Betreffenden, will man Kumpel sein, schreibt man ihm vorher noch kurz, das man seine Aktionen nicht gut heißt und warte eine eventuelle Einsicht des Betreffenden ab. Sonst Tickets, melden, anschwärzen etc.
Dass man nicht meiner Meinung ist, hat mich wenig gekümmert. Vielmehr ernüchtert mich die fortschreitende Arroganz einiger meiner Gildenkollegen, wenn man ihnen den Spiegel vor hält, es sei nur das übliche, übellaunige Fäkalgeschwafel von dem Jäger, der eh immer alle flamed und sonst ein trauriges Leben ohne Freunde haben muss.
Mhmm…okay, wenn man das so betrachtet, bin ich bestimmt nicht der Umgänglichste, gerade für Leute die mich nicht lange kennen wirke ich sicher in WoW und Chats sowie dem Forum erschreckend miesepetrig. Ist deswegen meine Meinung weniger wert oder in Betracht zu ziehen? Oder soll ich im Forum untertauchen, wenn es um Gildeninterner geht, weil ich nur noch selten da bin? Dann soll man mich ausschließen, ganz einfach. Solange sage ich aber noch, was ich denke und auch wie ich es für angebracht halte. Und wer an dem rabiatem Tonfall Anstoß nimmt, der möge nur eine Woche auf dem Teamspeak und den Gildenchat achten. Danach erübrigt sich hoffentlich eine weitere Beweißaufnahme.

Dienstag, 18. Dezember 2007

Warsong, Workshop für den eigenen Gehirnschrittmacher.

Langsam aber sicher habe ich die Faxen endgültig dicke, vor allem davon, dass man mich damit ermahnt und abspeisen will, dass es schon immer so war und ich darüber mich nicht aufzuregen habe. Werter Leser, folgende Situation.
Ich erarbeite mir gerade mein PvP-Equip. Dafür brauche neben Zeit und viel Geduld vor allem verschiedenste Marken. Warsong, Arathi, Eye und Alterac.

Während bei den Bonuswochenenden man noch ganz gut in den jeweiligen Schlachtfeldern zu Recht kommt, ist ein Battleground schon immer mein absoluter Alptraum gewesen. Ob Bonuswochen oder nicht. Ob man verliert oder nicht, es ist gleichgültig. Es dauert lang, es macht keinen Spaß. Es ist einfach nur eine völlig missverstandene Adaption von den Spielern gegen Spieleridee und was man aus dieser machen können sollte, vor allem wenn man es so oft machen soll, wie Blizzard das von einem erwartet.

Warsong.

Das gute, alte CTF- Prinzip stammt aus der Egoshooter-Welt und ist eine der ältesten und einfachsten Formen des organisierten Teamswettbewerbs.
Hier sei schon einmal auf den frappierenden Unterschied zwischen MMORPG und Shooter-multiplayer hingewiesen:
- Egoshotter, selbst TF, hatte die gleichen Vorraussetzungen für beide Parteien.
- WoW hat dies nicht.
- Egoshooterspiele dauerten selbst bei taktischen Spielen nicht länger als eine halbe Stunde, sofern das nicht absichtlich gewollt war.
- In WoW ist das nicht so. Hier dauern solche Spiele inzwischen ca. 45 Minuten, sollte eine der Parteien auf die ach so innovative Idee kommen und deffen. Das bedeutet zumeist, der Spieler mit dem meisten Leben und der meisten Rüstung steht mit allen Heilern, im schnitt 3 bis 5 im eigenem Bunker.
- In Shootern geht der Flaggenträger nach Beschuss von 3 bis 4 Spielern down. Punkt.
- Nicht in WoW.

Vielleicht bemerkten Sie den Fehler, werter Leser. Ich bin inzwischen mehr als Verstimmt darüber, dass ich mir in der Tat mehrmals dieses monotone Schauspiel hingeben soll, nur damit ich die Marken für bestimmte Items bekomme. Wenn es wenigstens Spaß machen würde, sich Eineinhalbstunden an einem Deff-Bollwerk die Fäuste blutig zu hämmern, aber irgendwann, nach 3 Jahren WoW hat selbst ein gut gemachtes Battleground seinen Zenit überschritten. Und Warsong ist nicht gut gemacht. Es kostet unkalkulierbar viel Zeit und wird am Ende auch nur noch so gespielt. Und das, verzeihen Sie mir, ist eine stinkende Unverschämtheit.

Freitag, 16. November 2007

Brainlag quou vadis?

Heute, werter Leser erzähle ich Ihnen mal von einer kleinen Truppe, die mir in der Tat Kopfschmerzen bereitet. Man sagt; und das ist inzwischen empirisch nachgewiesen, das Betrachter und Anwender vom selbem Videospiel verschiedene Perspektiven teilen. So geht es mir inzwischen mit PvP-Videos, gerade von Arena-PvP.
Ich habe gefallen an guten Videos, die mich mit dezenten Effekten auch etwas bieten. 1 gegen 1 gibt das wohl am meisten her.
Doch leider stören Firlefanz wie Schwarzweiß-Blenden oder Zeitlupen bei echten PvP-Filmen. Schade, denn wenn nicht eine gute Musik dazu spielt, empfinde ich sie als langweilig. Leider trifft es hier nun Brainlag, das Team um Daharka, Xermoon und Whoarrier. Ich habe mir ihr letztes Video angesehen. Die Musik reist viel raus, vor allem weil ich Rammstein lange nicht mehr gehört habe. Den letzten Teil des Videos habe ich einfach geskipt, weil die Musik mir da nicht mehr zugesagt hat. Und hier haben wir schon den Kern des Problems.

Hört man den dreien im Teamspeak zu, ist es mehr als öde. Schaut man sich die Videos an, ist es auch nicht wirklich spannend. Ich stelle hier nicht ihre Fähigkeiten in Frage, tatsächlich nötigen mir alle drei einen Heidenrespekt ab. Es stellt sich jedoch die Frage, ob ich derartiges PvP machen möchte. Es wirkt…so monoton wie PvE…

Allerdings ist dies sicher ein Trugschluss, da sich wie gesagt die Perspektiven völlig unterscheiden. Spieler sehen die Situationen völlig anders und ich kann mir in dem Durcheinander vorstellen, dass es hoch anstrengende Konzentrationsarbeit abverlangt auf einem derartigen Niveau zu spielen…
Vielleicht kann ich mit der passenden Klasse bald ebenfalls wieder ins Arenageschäft einsteigen. Am liebsten ja Deepfire mit einem guten Freund, der eben falls den meiner Meinung nach besten Firemage ever spielt. Mogus.
2v2 mit zwei Feuermagiern ist sicher ein unterhaltsames, wenn auch relativ fruchtloses Unterfangen. Naja, der olympische Gedanke zählt wohl. Eine Wertung von 1600 würde mir schon genügen.

Donnerstag, 7. Juni 2007

Ira: Zorn (Wut, Vergeltung, Rachsucht)

Kennen Sie denn Moment, wenn Sie im Auto sitzen, es ist etwa 35 Grad Außentemperatur, Ihr schwarzer Golf 2 hat allerdings keine Klimaanlage und Ihre Freundin schweigt Sie bockig an, weil Sie beim dritten Mal des Verpassens der Autobahnabfahrt laut geworden sind, wer denn bitte die Karte lesen würde. Jetzt ist StopandGo. Die Limonade ist abgestanden und die Zigaretten schmecken wegen der Hitze nach Asche. Das Radio spielt nur einen Sender deutlich und ohne Funkrauschen. Bolles Volks- und Schlagerparade.
Frauen verstehen Männer in solchen Moment nicht, wenn diese dann darüber nachsinnen, das Recht auf Waffenbesitz doch keine so schlechte Sache sein könne.
Männer möchten in solchen Moment Welten in Flammen setzen. Irgendwer muss bezahlen. Egal wer. Irgendwem muss es in den nächsten 15 Minuten richtig schlecht gehen, damit die eigene Welt nicht zu zerreisen droht.
„Zähl doch langsam bis 3…“ kommt es dann entnervt vom Beifahrersitz.
Drei Mal die Autotür zuwerfen, wenn ihr Kopf an der B-Säule lehnt…das würde vielleicht helfen.
Wenn ich bis drei zählen soll, steigert sich mein Blutdruck proportional zum Fortschritt meiner Zahlenkette. Ich würde schätzen, so um die 10³ pro Kettenglied. Zylinderkopfdichtungen würden bersten unter solch einem Druck.

Was ist eigentlich mein Anlass für diesen Text? Abgesehen von Metallicas St. Anger, das ich mit dem alten Verstärker höre?
Tanaris ist einer meiner vielen Orte, wo mir deutlich mein Platz in der Welt des OpenPvP gezeigt wurde. Orte wie Ferlas waren immer spannend.
Doch Tanaris…Es ist lieblos gestaltet. Ein Silithus in hell. Schon das macht die Gegend nicht besonders reizvoll.
Keine Ahnung. Kismet wird es sein. Aus dem Koran kam noch nie etwas gutes, nicht wahr?
In der Wüste rennen grundsätzlich die feindlichen Fraktionen zu zwei oder zu dritt herum. Da hier viele Rennquest enden oder beginnen, steht der 70iger Charakter zum rächen grundsätzlich woanders und braucht mindestens einen zähen Ladebalken, plus Anreisezeit.
Schnelle Vergeltung ist demnach Glücksfall.

Ich levele mit meinem 45 Priest. Da Schatten stark, gegen normale Mobs sogar öde ist, fühlt man sich all zu schnell sicher. Der 41 Schamane und der 43 Schurke sah dies allerdings ganz anders. Vier Mal haben sie mich belagert. Ich war ohnehin gefrustet, weil ich kaum Zeit habe, vor der Arbeit zu leveln und wollte es solange wie möglich tun, bevor meine Lust daran sich wieder verliert.
Doch das brachte mich diesmal wirklich grenzenlos auf die Palme.
Ich logt vergebens auf meinen 70 Jäger um und flog nach Tanaris. Sie waren nirgends zu finden…dafür jede Menge Blutelfen…Der Name ist übrigens irreführend, deshalb unlauter. Egal wie sehr ich sie durchlöchert habe und das habe ich, keiner hat auch nur einen Tropfen Blut verloren. Das es keinen Goremode für WoW gibt, finde ich an sich seit Einführung der Blutelfen, eine Frechheit.

Nun habe ich einen Plan gefasst. Vielleicht verraucht er ja wieder, doch es steht fest. Ich werde solange Priest spielen, tunen und moden, bis sie mich nicht mal mit einem verfickten 5er-Team klein kriegen.
Ich gehe jetzt zur Arbeit und werde meinen Zorn mit dem Schrubber an dem Kachelböden auslassen. Blitzen werden die, das man Sonnenbrillen tragen muss.

Sonntag, 22. April 2007

PvP

Sie haben das Raiden jetzt aber endgültig satt und ließen Freunde und Bekannte im Stich, weil Sie es nicht mehr ausgehalten haben? Sie suchen nun nach neuen Zielen und diese kommen auch für Sie immer noch im schmucken Lavendel daher? Herzlich willkommen im Player versus Player – Spiel von World of Warcraft.
Womit beginnen wir also?
Tja, es gäbe da die PvP-Belohnungen, oder wie ich sie gerne nenne, das abgetragene Zeug vom großen Bruder. Da kommen Sie ran, wenn Sie Schlachten und Kämpfe in World of Warcraft gegen andere Spieler bestreiten.
Doch erst einmal werden Sie verhauen, ob Sie mit einem Freund oder wenigen in der Arena sich von Säulen aus umschießen lassen, oder von einem Fünfertrupp in einem Schlachtfeld umgetreten werden.
Egal wie es kommt, man wird scheinbar immer in das Team mit den dicken Kindern gewählt. Diese haben auch gleich nicht anderes zutun, als sich über die Unfähigkeit der anderen dicken Kinder in ihrem Team zu beschweren und sich damit null aufs eigentlich Spiel zu konzentrieren. Sie haben es auch gleich erkannt, nicht wahr? Alle um Sie herum sind nicht nur dick, sondern auch noch blind.
Haben Sie es tatsächlich geschafft, einiges an Erfahrung anzusammeln, so tragen Sie dennoch das Gewicht Ihrer dicken, blinden Mitspieler durchs Schlachtfeld. Ihnen zurufen zu wollen, bringt leider nicht viel. Taub sind die Geistigquerschnittgelähmten SPD-Wähler nämlich auch noch. Viel Spaß beim Verdienen Ihrer epischen Set-Teile.
Noch was im Nachhinein, das PvP-Set ist für das PvE-Spiel inzwischen mehr als ungeeignet.
Aber hey, Sie gehören doch zu einem der Spieler, die für den Spaß kämpfen oder nicht? Sie wollen doch auch stundenlang die gleichen Hügel verteidigen, um am Ende doch wieder zu verlieren, weil die anderen neun bis vierzehn Sinneserstarrte Heulsusen nicht für den Spaß hier sind, oder?
Vielleicht wählen Sie aber auch den möglichst einfachsten Weg, um an lila Sachen ranzukommen. Sie schlagen Zeit tot und beleidigen dabei noch andere Spieler. Was kann es besseres geben?

Nun gut, sicherlich ist der PvP-Modus nicht vornehmlich dafür gedacht gewesen, sich lila Items zu erspielen, in dem man möglichst viel Zeit damit verbringt, nichts zutun. Und früher oder später ist es soweit und Sie haben es satt, zu verlieren, nur weil andere weder fähig noch willens zu sein scheinen, sich dem Spiel hinzugeben und einmal konzentriert zu kämpfen. Dann werden Sie sich entweder enttäuscht wieder dem Raiden zuwenden oder aber einfach nur noch halbherzig die Zeit runterticken lassen, die Marken einsacken und auf das ein oder andere glückliche Schlachtfeld warten, wo die Gegenseite einmal noch unfähiger besetzt ist, als Ihre Truppe.
Ach, was ist das Leben nicht schlimm und…

Bremse! Entschuldigung, haben Sie sich den Kopf dahinten angeschlagen? Das wollte ich nicht. Aber vielleicht hören Sie mir nun aufmerksam zu. Entgegen der Meinung, alles am PvP hat mit den lustigen kleinen Abziehbildchen in Ihren Charakterfenstern zutun, wodurch man gewinnt und wofür man spielt, diese Ansicht werfen Sie doch bitte mal ganz schnell über Bord, ja? Sie werden sehen, dann wird das Spielen gegen andere Gegner gleich viel sinniger und erbaulicher.
Spielen Sie Ihr nächstes Match doch einmal unter einem ganz anderen Gesichtspunkt. Schaffe ich es, erster unter den Spielern meiner Seite zu werden? Schaffe ich es, die meisten Flaggen zu verteidigen oder zu erobern? Bekomme ich diesen einen Spieler dort solange wie möglich am Leben erhalten, wenn ich ihn gut heile?
Spannende Fragen, die meist auf dem Weg ihrer Beantwortung in herben Enttäuschungen enden werden, doch wenn Sie eh nur in solche Schlachtfelder geraten, wo sowieso immer die anderen gewinnen, dann setzen Sie sich Ihre eigenen Ziele und haben dabei endlich Spaß am Akt selbst. Die Belohnungen werden kommen, so oder so. Jene, die auf den Schlachtfeldern zu verdienen sind, halten von den Werten her ohnehin kaum gegen sehr viel schneller verdiente Items aus Instanzen stand.

Zwei gehen rein, einer kommt raus!

Sie dachten, nur in Ihrem Raid wären die Hirntoten unterwegs, die selbst die größten KI-losen Bitmaps nicht treffen? Aber im Schlachtfeld war es noch schlimmer, oder nicht? Was nun?
Keine Bange, die Alternativen sich in World of Warcraft den Tag zu verderben sind noch lange nicht erschöpft.

Kennen Sie Madmax 3? Das ist der Streifen, wo Mel Gibson noch ganz offen und ehrlich Leute umnietete, ohne sich hinter Flaggen und religiösen Symbolen zu verschanzen. Der dreckige Held wird da von Terroremanze Tina Turner in eine Gitterkuppel gesteckt, wo er gegen einen Geistigzurückgebliebenen Riesen antreten muss, dessen Ziehvater ein kleinwüchsiger Schweinehirt ist, der mit der Schweinescheiße die Siedlung am Laufen hält. Klar, dass man in solch einer Wohnungsbaugenossenschaft auch mal Druck ablassen will und Riesenbaby von Fiesling Giftzwerg ist nun mal der größte Fisch im Teich. Logo, Mel muss gegen diesen Koloss ins Feld.
Mhmm…Sie meinen auch, das der Plot etwas dünn ist? Seien Sie froh, das Sie überhaupt einen serviert bekommen haben. Das fällt in World of Warcraft nämlich flach.
Ich bin kein Verfechter von Rollenspiel in seiner P&P-urform und habe schon vorher gewusst, dass in WoW ohnehin ein echtes Rollenspiel fehlen würde – was auch gut ist – aber diese Nummer ist ein weiteres Sahnehäubchen auf einem ranzigen Tortenstück.
Nun, kurz gesagt, die Goblins sind schuld und bringen mit vielen glänzenden Dingen – den Schein der Farbe erraten Sie nie…richtig, lila, wie kamen Sie drauf? – selbst die willensstärkste Nachtelfe und den aufrichtigsten Paladin ins Wanken und lassen sie beide zu blutrünstigen Duellanten werden, Todfeinde bis zum letzten Atemzug…was, natürlich gehören beide der selben Allianz an, was für eine Frage, darum geht es doch auch gar nicht…wie, Sie meinen schon? Mhmm…

Das Orks, Trolle und Untote aufeinander einprügeln, das scheint durchaus stimmig und selbst den arroganten Blutelfen scheint so was durchaus zu liegen, doch Tauren? Jene, die mit der Erdenmutter gehen?
Warum Mitglieder der Allianz gegeneinander kämpfen sollten, das bleibt völlig unklar.
Schade eigentlich, hätte ich doch einen solchen peinlichen Erklärungsversuch gerne gesehen. Sicherlich wäre er ähnlich unterhaltsam gewesen wie die Herkunft der Draenei oder den Tausch von Schamane und Paladin.
Gut, Augen zu und runter mit dem stickenden Süßkram, der zuerst runtergeht wie ein Schuhkarton. Schnell werden Sie merken, es schmeckt besser als es müffelt.

In einer Liga eingeteilt, die hoch mathematisch rechnet, alle drei Monate neu sortiert wird, stellen Sie sich in einem kleinen Team gegen den Rest der virtuellen Welt. Hat was vom Völkerball auf einem Sportfest.
Die Schauplätze sind schmucklos, doch das ist nicht von Gewicht, selbst den größten Palast hat man sich beizeiten übergesehen.
Eines vorne Weg, mehr Herausforderung im PvP finden Sie selten. Sind erste Gegner noch schnell erledigt – Gesetz dem Fall, Sie spielen mit fähigen Partnern – bekommen Sie am Ende der Leiter schnell harten Gegenwind zu spüren.
Auch hier will jede Klasse am schwächsten vertreten sein, was ihre Überlebenschancen gegen andere Klassen anbetrifft und dennoch, oh Wunder, kommen derlei Beschwerden immer von den Spielern, die sich ohnehin für die Krone der Schöpfung halten. Oder dicken, taubblinde Kindermannschaften angehören.

Achten Sie nicht auf den Wert, er bringt Ihnen zwar auf lange Sicht die Belohungen ein, doch schnell werden Sie feststellen, das spannende Kämpfe mehr bringen, als das Kaufen von Items, deren baldige Verschrottung doch eh schon beschlossene Sache ist.
Meine Devise, mit der ich mich inzwischen viel entspannter durch die virtuelle Welt bewege: exquisit ist, was mir gefällt. Punkt.
Lassen Sie sich von vielen, gut gemeinten Ratschlägen wie immer nicht zu stark beeindrucken. Oftmals möchte der Ratgeber nur betonen, wie wenig Sie wissen und wie viel er weiß. Weiß er nicht ganz toll Ihre Ausrüstung auf den letzten Prozentpunkt nachzurechnen und Ihnen auch gleich wortreich drei Alternativen zu nennen, samt passender Skillung? Ist es nicht super, wie er Ihnen die neusten Taktiken und Kniffe aufweist, mit dem sein Team erst neulich gegen Gott, Satan und alle Superschurken der Marvelcomics zusammen angetreten ist? Und fragen Sie sich nicht auch, wenn zur Hölle sein scheiß Angebergefasel eigentlich kümmert? Zu Recht fragen Sie sich dies, nur den Falschen. Fragen Sie ihn und bleiben Sie dabei so höflich Sie können.
Anmerkung: Hier sei auf eine Selbstverständlichkeit hingewiesen, Unwissenheit ist keine Schande. Fragen muss erlaubt sein.
Um ehrlich zu bleiben, ich beneide ja diese Schlaufüchse, die es fertig bringen, dieses Spiel zu einer solchen Religion zu erheben, das sie jeden Psalm daraus auswendig zu wissen scheinen. Wenn ich hingegen verabscheue, das sind jene, die derlei Fähigkeiten ungefragt an jeden griffbereiten Mitspieler verscheuern wollen, als müssten sie irgendeine Quote erfüllen. Sauerbier muss raus, sonst klemmen sie mir die Daumen ab…widerlich.

Die dunkle Seite der Macht

Es gibt sie. Die Spieler, die im PvP Ihnen grundsätzlich den Spaß verderben werden, egal ob Sie ihn nun aus dem Spiel selbst oder den darauf folgenden Belohnungen ziehen wollen. Ein Beispiel:
Sie ziehen mit Ihrem Partner in die Arena ein. Eine Brücke mit Aufgängen, rechts wie links und zwei Säulen an den Seiten der Brücke.
Nun beginnt das Spiel, wer ist schneller bei der Brücke, von der Brücke auf den beiden Säulen. Fernkämpfende Klassen, einmal dort oben angelangt, werden Sie in Schutt und Asche legen, ohne das Sie sich wirklich dagegen wehren können. Begleiter von Jägern und Hexern sind hier lahm gelegt und Nahkämpfer können nur wenig erreichen, sind sie auch auf die Säulen gekommen, haben sie bei dem Versuch soviel Feuer genommen, das sie meist tot umfallen, ohne eine Aktion auszuführen. Ansichtssache, aber meiner Meinung ist auch das Ausnutzen von Fehldesign nichts anderes als Missbrauch.
Derlei gibt es häufig in World of Warcraft. Leider greifen viele Spieler auf derlei Taktiken zurück, um schneller an die lila Götzen ranzukommen, die ich allein dafür aus dem Spiel gerne verbannt gesehen hätte. Machen es große Titel wie Guildwars vor, wie man sehr leicht Klassen gegen einander austarieren kann -mit Kollisionsabfrage- so hatte World of Warcraft ja ganze dem Diabloprinzip getreu, auf Itemflut und deren Sammelsucht gesetzt und meiner Meinung nach damit den Erfolg erkauft, auf Kosten von ernsthaftem Esport und einer langfristigen Zukunftsperspektive, die über den nächsten Instanzpack hinaus geht. Aber das ist ein anderes Thema.

PvP bleibt vielschichtiger und in jedem Fall spannender als PvE. Man kann es allerdings mit der Gier nach Items auch zu dem degradieren, was es im Grunde ist: ein fauler Kompromiss zwischen Freiheit vom Raiden und dem Wert der eigenen Ausrüstung.
Da diese den Vergleich zu PvE-Items niemals wird bestehen können, bleibt Ihnen am Ende nur die Rückkehr zum Raiden, wollen Sie wirklich an die ganz schweren Geschütze kommen. Die Wahl haben Sie trotzdem…wenigstens das.

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