PvP
Sie haben das Raiden jetzt aber endgültig satt und ließen Freunde und Bekannte im Stich, weil Sie es nicht mehr ausgehalten haben? Sie suchen nun nach neuen Zielen und diese kommen auch für Sie immer noch im schmucken Lavendel daher? Herzlich willkommen im Player versus Player – Spiel von World of Warcraft.
Womit beginnen wir also?
Tja, es gäbe da die PvP-Belohnungen, oder wie ich sie gerne nenne, das abgetragene Zeug vom großen Bruder. Da kommen Sie ran, wenn Sie Schlachten und Kämpfe in World of Warcraft gegen andere Spieler bestreiten.
Doch erst einmal werden Sie verhauen, ob Sie mit einem Freund oder wenigen in der Arena sich von Säulen aus umschießen lassen, oder von einem Fünfertrupp in einem Schlachtfeld umgetreten werden.
Egal wie es kommt, man wird scheinbar immer in das Team mit den dicken Kindern gewählt. Diese haben auch gleich nicht anderes zutun, als sich über die Unfähigkeit der anderen dicken Kinder in ihrem Team zu beschweren und sich damit null aufs eigentlich Spiel zu konzentrieren. Sie haben es auch gleich erkannt, nicht wahr? Alle um Sie herum sind nicht nur dick, sondern auch noch blind.
Haben Sie es tatsächlich geschafft, einiges an Erfahrung anzusammeln, so tragen Sie dennoch das Gewicht Ihrer dicken, blinden Mitspieler durchs Schlachtfeld. Ihnen zurufen zu wollen, bringt leider nicht viel. Taub sind die Geistigquerschnittgelähmten SPD-Wähler nämlich auch noch. Viel Spaß beim Verdienen Ihrer epischen Set-Teile.
Noch was im Nachhinein, das PvP-Set ist für das PvE-Spiel inzwischen mehr als ungeeignet.
Aber hey, Sie gehören doch zu einem der Spieler, die für den Spaß kämpfen oder nicht? Sie wollen doch auch stundenlang die gleichen Hügel verteidigen, um am Ende doch wieder zu verlieren, weil die anderen neun bis vierzehn Sinneserstarrte Heulsusen nicht für den Spaß hier sind, oder?
Vielleicht wählen Sie aber auch den möglichst einfachsten Weg, um an lila Sachen ranzukommen. Sie schlagen Zeit tot und beleidigen dabei noch andere Spieler. Was kann es besseres geben?
Nun gut, sicherlich ist der PvP-Modus nicht vornehmlich dafür gedacht gewesen, sich lila Items zu erspielen, in dem man möglichst viel Zeit damit verbringt, nichts zutun. Und früher oder später ist es soweit und Sie haben es satt, zu verlieren, nur weil andere weder fähig noch willens zu sein scheinen, sich dem Spiel hinzugeben und einmal konzentriert zu kämpfen. Dann werden Sie sich entweder enttäuscht wieder dem Raiden zuwenden oder aber einfach nur noch halbherzig die Zeit runterticken lassen, die Marken einsacken und auf das ein oder andere glückliche Schlachtfeld warten, wo die Gegenseite einmal noch unfähiger besetzt ist, als Ihre Truppe.
Ach, was ist das Leben nicht schlimm und…
Bremse! Entschuldigung, haben Sie sich den Kopf dahinten angeschlagen? Das wollte ich nicht. Aber vielleicht hören Sie mir nun aufmerksam zu. Entgegen der Meinung, alles am PvP hat mit den lustigen kleinen Abziehbildchen in Ihren Charakterfenstern zutun, wodurch man gewinnt und wofür man spielt, diese Ansicht werfen Sie doch bitte mal ganz schnell über Bord, ja? Sie werden sehen, dann wird das Spielen gegen andere Gegner gleich viel sinniger und erbaulicher.
Spielen Sie Ihr nächstes Match doch einmal unter einem ganz anderen Gesichtspunkt. Schaffe ich es, erster unter den Spielern meiner Seite zu werden? Schaffe ich es, die meisten Flaggen zu verteidigen oder zu erobern? Bekomme ich diesen einen Spieler dort solange wie möglich am Leben erhalten, wenn ich ihn gut heile?
Spannende Fragen, die meist auf dem Weg ihrer Beantwortung in herben Enttäuschungen enden werden, doch wenn Sie eh nur in solche Schlachtfelder geraten, wo sowieso immer die anderen gewinnen, dann setzen Sie sich Ihre eigenen Ziele und haben dabei endlich Spaß am Akt selbst. Die Belohnungen werden kommen, so oder so. Jene, die auf den Schlachtfeldern zu verdienen sind, halten von den Werten her ohnehin kaum gegen sehr viel schneller verdiente Items aus Instanzen stand.
Zwei gehen rein, einer kommt raus!
Sie dachten, nur in Ihrem Raid wären die Hirntoten unterwegs, die selbst die größten KI-losen Bitmaps nicht treffen? Aber im Schlachtfeld war es noch schlimmer, oder nicht? Was nun?
Keine Bange, die Alternativen sich in World of Warcraft den Tag zu verderben sind noch lange nicht erschöpft.
Kennen Sie Madmax 3? Das ist der Streifen, wo Mel Gibson noch ganz offen und ehrlich Leute umnietete, ohne sich hinter Flaggen und religiösen Symbolen zu verschanzen. Der dreckige Held wird da von Terroremanze Tina Turner in eine Gitterkuppel gesteckt, wo er gegen einen Geistigzurückgebliebenen Riesen antreten muss, dessen Ziehvater ein kleinwüchsiger Schweinehirt ist, der mit der Schweinescheiße die Siedlung am Laufen hält. Klar, dass man in solch einer Wohnungsbaugenossenschaft auch mal Druck ablassen will und Riesenbaby von Fiesling Giftzwerg ist nun mal der größte Fisch im Teich. Logo, Mel muss gegen diesen Koloss ins Feld.
Mhmm…Sie meinen auch, das der Plot etwas dünn ist? Seien Sie froh, das Sie überhaupt einen serviert bekommen haben. Das fällt in World of Warcraft nämlich flach.
Ich bin kein Verfechter von Rollenspiel in seiner P&P-urform und habe schon vorher gewusst, dass in WoW ohnehin ein echtes Rollenspiel fehlen würde – was auch gut ist – aber diese Nummer ist ein weiteres Sahnehäubchen auf einem ranzigen Tortenstück.
Nun, kurz gesagt, die Goblins sind schuld und bringen mit vielen glänzenden Dingen – den Schein der Farbe erraten Sie nie…richtig, lila, wie kamen Sie drauf? – selbst die willensstärkste Nachtelfe und den aufrichtigsten Paladin ins Wanken und lassen sie beide zu blutrünstigen Duellanten werden, Todfeinde bis zum letzten Atemzug…was, natürlich gehören beide der selben Allianz an, was für eine Frage, darum geht es doch auch gar nicht…wie, Sie meinen schon? Mhmm…
Das Orks, Trolle und Untote aufeinander einprügeln, das scheint durchaus stimmig und selbst den arroganten Blutelfen scheint so was durchaus zu liegen, doch Tauren? Jene, die mit der Erdenmutter gehen?
Warum Mitglieder der Allianz gegeneinander kämpfen sollten, das bleibt völlig unklar.
Schade eigentlich, hätte ich doch einen solchen peinlichen Erklärungsversuch gerne gesehen. Sicherlich wäre er ähnlich unterhaltsam gewesen wie die Herkunft der Draenei oder den Tausch von Schamane und Paladin.
Gut, Augen zu und runter mit dem stickenden Süßkram, der zuerst runtergeht wie ein Schuhkarton. Schnell werden Sie merken, es schmeckt besser als es müffelt.
In einer Liga eingeteilt, die hoch mathematisch rechnet, alle drei Monate neu sortiert wird, stellen Sie sich in einem kleinen Team gegen den Rest der virtuellen Welt. Hat was vom Völkerball auf einem Sportfest.
Die Schauplätze sind schmucklos, doch das ist nicht von Gewicht, selbst den größten Palast hat man sich beizeiten übergesehen.
Eines vorne Weg, mehr Herausforderung im PvP finden Sie selten. Sind erste Gegner noch schnell erledigt – Gesetz dem Fall, Sie spielen mit fähigen Partnern – bekommen Sie am Ende der Leiter schnell harten Gegenwind zu spüren.
Auch hier will jede Klasse am schwächsten vertreten sein, was ihre Überlebenschancen gegen andere Klassen anbetrifft und dennoch, oh Wunder, kommen derlei Beschwerden immer von den Spielern, die sich ohnehin für die Krone der Schöpfung halten. Oder dicken, taubblinde Kindermannschaften angehören.
Achten Sie nicht auf den Wert, er bringt Ihnen zwar auf lange Sicht die Belohungen ein, doch schnell werden Sie feststellen, das spannende Kämpfe mehr bringen, als das Kaufen von Items, deren baldige Verschrottung doch eh schon beschlossene Sache ist.
Meine Devise, mit der ich mich inzwischen viel entspannter durch die virtuelle Welt bewege: exquisit ist, was mir gefällt. Punkt.
Lassen Sie sich von vielen, gut gemeinten Ratschlägen wie immer nicht zu stark beeindrucken. Oftmals möchte der Ratgeber nur betonen, wie wenig Sie wissen und wie viel er weiß. Weiß er nicht ganz toll Ihre Ausrüstung auf den letzten Prozentpunkt nachzurechnen und Ihnen auch gleich wortreich drei Alternativen zu nennen, samt passender Skillung? Ist es nicht super, wie er Ihnen die neusten Taktiken und Kniffe aufweist, mit dem sein Team erst neulich gegen Gott, Satan und alle Superschurken der Marvelcomics zusammen angetreten ist? Und fragen Sie sich nicht auch, wenn zur Hölle sein scheiß Angebergefasel eigentlich kümmert? Zu Recht fragen Sie sich dies, nur den Falschen. Fragen Sie ihn und bleiben Sie dabei so höflich Sie können.
Anmerkung: Hier sei auf eine Selbstverständlichkeit hingewiesen, Unwissenheit ist keine Schande. Fragen muss erlaubt sein.
Um ehrlich zu bleiben, ich beneide ja diese Schlaufüchse, die es fertig bringen, dieses Spiel zu einer solchen Religion zu erheben, das sie jeden Psalm daraus auswendig zu wissen scheinen. Wenn ich hingegen verabscheue, das sind jene, die derlei Fähigkeiten ungefragt an jeden griffbereiten Mitspieler verscheuern wollen, als müssten sie irgendeine Quote erfüllen. Sauerbier muss raus, sonst klemmen sie mir die Daumen ab…widerlich.
Die dunkle Seite der Macht
Es gibt sie. Die Spieler, die im PvP Ihnen grundsätzlich den Spaß verderben werden, egal ob Sie ihn nun aus dem Spiel selbst oder den darauf folgenden Belohnungen ziehen wollen. Ein Beispiel:
Sie ziehen mit Ihrem Partner in die Arena ein. Eine Brücke mit Aufgängen, rechts wie links und zwei Säulen an den Seiten der Brücke.
Nun beginnt das Spiel, wer ist schneller bei der Brücke, von der Brücke auf den beiden Säulen. Fernkämpfende Klassen, einmal dort oben angelangt, werden Sie in Schutt und Asche legen, ohne das Sie sich wirklich dagegen wehren können. Begleiter von Jägern und Hexern sind hier lahm gelegt und Nahkämpfer können nur wenig erreichen, sind sie auch auf die Säulen gekommen, haben sie bei dem Versuch soviel Feuer genommen, das sie meist tot umfallen, ohne eine Aktion auszuführen. Ansichtssache, aber meiner Meinung ist auch das Ausnutzen von Fehldesign nichts anderes als Missbrauch.
Derlei gibt es häufig in World of Warcraft. Leider greifen viele Spieler auf derlei Taktiken zurück, um schneller an die lila Götzen ranzukommen, die ich allein dafür aus dem Spiel gerne verbannt gesehen hätte. Machen es große Titel wie Guildwars vor, wie man sehr leicht Klassen gegen einander austarieren kann -mit Kollisionsabfrage- so hatte World of Warcraft ja ganze dem Diabloprinzip getreu, auf Itemflut und deren Sammelsucht gesetzt und meiner Meinung nach damit den Erfolg erkauft, auf Kosten von ernsthaftem Esport und einer langfristigen Zukunftsperspektive, die über den nächsten Instanzpack hinaus geht. Aber das ist ein anderes Thema.
PvP bleibt vielschichtiger und in jedem Fall spannender als PvE. Man kann es allerdings mit der Gier nach Items auch zu dem degradieren, was es im Grunde ist: ein fauler Kompromiss zwischen Freiheit vom Raiden und dem Wert der eigenen Ausrüstung.
Da diese den Vergleich zu PvE-Items niemals wird bestehen können, bleibt Ihnen am Ende nur die Rückkehr zum Raiden, wollen Sie wirklich an die ganz schweren Geschütze kommen. Die Wahl haben Sie trotzdem…wenigstens das.
Womit beginnen wir also?
Tja, es gäbe da die PvP-Belohnungen, oder wie ich sie gerne nenne, das abgetragene Zeug vom großen Bruder. Da kommen Sie ran, wenn Sie Schlachten und Kämpfe in World of Warcraft gegen andere Spieler bestreiten.
Doch erst einmal werden Sie verhauen, ob Sie mit einem Freund oder wenigen in der Arena sich von Säulen aus umschießen lassen, oder von einem Fünfertrupp in einem Schlachtfeld umgetreten werden.
Egal wie es kommt, man wird scheinbar immer in das Team mit den dicken Kindern gewählt. Diese haben auch gleich nicht anderes zutun, als sich über die Unfähigkeit der anderen dicken Kinder in ihrem Team zu beschweren und sich damit null aufs eigentlich Spiel zu konzentrieren. Sie haben es auch gleich erkannt, nicht wahr? Alle um Sie herum sind nicht nur dick, sondern auch noch blind.
Haben Sie es tatsächlich geschafft, einiges an Erfahrung anzusammeln, so tragen Sie dennoch das Gewicht Ihrer dicken, blinden Mitspieler durchs Schlachtfeld. Ihnen zurufen zu wollen, bringt leider nicht viel. Taub sind die Geistigquerschnittgelähmten SPD-Wähler nämlich auch noch. Viel Spaß beim Verdienen Ihrer epischen Set-Teile.
Noch was im Nachhinein, das PvP-Set ist für das PvE-Spiel inzwischen mehr als ungeeignet.
Aber hey, Sie gehören doch zu einem der Spieler, die für den Spaß kämpfen oder nicht? Sie wollen doch auch stundenlang die gleichen Hügel verteidigen, um am Ende doch wieder zu verlieren, weil die anderen neun bis vierzehn Sinneserstarrte Heulsusen nicht für den Spaß hier sind, oder?
Vielleicht wählen Sie aber auch den möglichst einfachsten Weg, um an lila Sachen ranzukommen. Sie schlagen Zeit tot und beleidigen dabei noch andere Spieler. Was kann es besseres geben?
Nun gut, sicherlich ist der PvP-Modus nicht vornehmlich dafür gedacht gewesen, sich lila Items zu erspielen, in dem man möglichst viel Zeit damit verbringt, nichts zutun. Und früher oder später ist es soweit und Sie haben es satt, zu verlieren, nur weil andere weder fähig noch willens zu sein scheinen, sich dem Spiel hinzugeben und einmal konzentriert zu kämpfen. Dann werden Sie sich entweder enttäuscht wieder dem Raiden zuwenden oder aber einfach nur noch halbherzig die Zeit runterticken lassen, die Marken einsacken und auf das ein oder andere glückliche Schlachtfeld warten, wo die Gegenseite einmal noch unfähiger besetzt ist, als Ihre Truppe.
Ach, was ist das Leben nicht schlimm und…
Bremse! Entschuldigung, haben Sie sich den Kopf dahinten angeschlagen? Das wollte ich nicht. Aber vielleicht hören Sie mir nun aufmerksam zu. Entgegen der Meinung, alles am PvP hat mit den lustigen kleinen Abziehbildchen in Ihren Charakterfenstern zutun, wodurch man gewinnt und wofür man spielt, diese Ansicht werfen Sie doch bitte mal ganz schnell über Bord, ja? Sie werden sehen, dann wird das Spielen gegen andere Gegner gleich viel sinniger und erbaulicher.
Spielen Sie Ihr nächstes Match doch einmal unter einem ganz anderen Gesichtspunkt. Schaffe ich es, erster unter den Spielern meiner Seite zu werden? Schaffe ich es, die meisten Flaggen zu verteidigen oder zu erobern? Bekomme ich diesen einen Spieler dort solange wie möglich am Leben erhalten, wenn ich ihn gut heile?
Spannende Fragen, die meist auf dem Weg ihrer Beantwortung in herben Enttäuschungen enden werden, doch wenn Sie eh nur in solche Schlachtfelder geraten, wo sowieso immer die anderen gewinnen, dann setzen Sie sich Ihre eigenen Ziele und haben dabei endlich Spaß am Akt selbst. Die Belohnungen werden kommen, so oder so. Jene, die auf den Schlachtfeldern zu verdienen sind, halten von den Werten her ohnehin kaum gegen sehr viel schneller verdiente Items aus Instanzen stand.
Zwei gehen rein, einer kommt raus!
Sie dachten, nur in Ihrem Raid wären die Hirntoten unterwegs, die selbst die größten KI-losen Bitmaps nicht treffen? Aber im Schlachtfeld war es noch schlimmer, oder nicht? Was nun?
Keine Bange, die Alternativen sich in World of Warcraft den Tag zu verderben sind noch lange nicht erschöpft.
Kennen Sie Madmax 3? Das ist der Streifen, wo Mel Gibson noch ganz offen und ehrlich Leute umnietete, ohne sich hinter Flaggen und religiösen Symbolen zu verschanzen. Der dreckige Held wird da von Terroremanze Tina Turner in eine Gitterkuppel gesteckt, wo er gegen einen Geistigzurückgebliebenen Riesen antreten muss, dessen Ziehvater ein kleinwüchsiger Schweinehirt ist, der mit der Schweinescheiße die Siedlung am Laufen hält. Klar, dass man in solch einer Wohnungsbaugenossenschaft auch mal Druck ablassen will und Riesenbaby von Fiesling Giftzwerg ist nun mal der größte Fisch im Teich. Logo, Mel muss gegen diesen Koloss ins Feld.
Mhmm…Sie meinen auch, das der Plot etwas dünn ist? Seien Sie froh, das Sie überhaupt einen serviert bekommen haben. Das fällt in World of Warcraft nämlich flach.
Ich bin kein Verfechter von Rollenspiel in seiner P&P-urform und habe schon vorher gewusst, dass in WoW ohnehin ein echtes Rollenspiel fehlen würde – was auch gut ist – aber diese Nummer ist ein weiteres Sahnehäubchen auf einem ranzigen Tortenstück.
Nun, kurz gesagt, die Goblins sind schuld und bringen mit vielen glänzenden Dingen – den Schein der Farbe erraten Sie nie…richtig, lila, wie kamen Sie drauf? – selbst die willensstärkste Nachtelfe und den aufrichtigsten Paladin ins Wanken und lassen sie beide zu blutrünstigen Duellanten werden, Todfeinde bis zum letzten Atemzug…was, natürlich gehören beide der selben Allianz an, was für eine Frage, darum geht es doch auch gar nicht…wie, Sie meinen schon? Mhmm…
Das Orks, Trolle und Untote aufeinander einprügeln, das scheint durchaus stimmig und selbst den arroganten Blutelfen scheint so was durchaus zu liegen, doch Tauren? Jene, die mit der Erdenmutter gehen?
Warum Mitglieder der Allianz gegeneinander kämpfen sollten, das bleibt völlig unklar.
Schade eigentlich, hätte ich doch einen solchen peinlichen Erklärungsversuch gerne gesehen. Sicherlich wäre er ähnlich unterhaltsam gewesen wie die Herkunft der Draenei oder den Tausch von Schamane und Paladin.
Gut, Augen zu und runter mit dem stickenden Süßkram, der zuerst runtergeht wie ein Schuhkarton. Schnell werden Sie merken, es schmeckt besser als es müffelt.
In einer Liga eingeteilt, die hoch mathematisch rechnet, alle drei Monate neu sortiert wird, stellen Sie sich in einem kleinen Team gegen den Rest der virtuellen Welt. Hat was vom Völkerball auf einem Sportfest.
Die Schauplätze sind schmucklos, doch das ist nicht von Gewicht, selbst den größten Palast hat man sich beizeiten übergesehen.
Eines vorne Weg, mehr Herausforderung im PvP finden Sie selten. Sind erste Gegner noch schnell erledigt – Gesetz dem Fall, Sie spielen mit fähigen Partnern – bekommen Sie am Ende der Leiter schnell harten Gegenwind zu spüren.
Auch hier will jede Klasse am schwächsten vertreten sein, was ihre Überlebenschancen gegen andere Klassen anbetrifft und dennoch, oh Wunder, kommen derlei Beschwerden immer von den Spielern, die sich ohnehin für die Krone der Schöpfung halten. Oder dicken, taubblinde Kindermannschaften angehören.
Achten Sie nicht auf den Wert, er bringt Ihnen zwar auf lange Sicht die Belohungen ein, doch schnell werden Sie feststellen, das spannende Kämpfe mehr bringen, als das Kaufen von Items, deren baldige Verschrottung doch eh schon beschlossene Sache ist.
Meine Devise, mit der ich mich inzwischen viel entspannter durch die virtuelle Welt bewege: exquisit ist, was mir gefällt. Punkt.
Lassen Sie sich von vielen, gut gemeinten Ratschlägen wie immer nicht zu stark beeindrucken. Oftmals möchte der Ratgeber nur betonen, wie wenig Sie wissen und wie viel er weiß. Weiß er nicht ganz toll Ihre Ausrüstung auf den letzten Prozentpunkt nachzurechnen und Ihnen auch gleich wortreich drei Alternativen zu nennen, samt passender Skillung? Ist es nicht super, wie er Ihnen die neusten Taktiken und Kniffe aufweist, mit dem sein Team erst neulich gegen Gott, Satan und alle Superschurken der Marvelcomics zusammen angetreten ist? Und fragen Sie sich nicht auch, wenn zur Hölle sein scheiß Angebergefasel eigentlich kümmert? Zu Recht fragen Sie sich dies, nur den Falschen. Fragen Sie ihn und bleiben Sie dabei so höflich Sie können.
Anmerkung: Hier sei auf eine Selbstverständlichkeit hingewiesen, Unwissenheit ist keine Schande. Fragen muss erlaubt sein.
Um ehrlich zu bleiben, ich beneide ja diese Schlaufüchse, die es fertig bringen, dieses Spiel zu einer solchen Religion zu erheben, das sie jeden Psalm daraus auswendig zu wissen scheinen. Wenn ich hingegen verabscheue, das sind jene, die derlei Fähigkeiten ungefragt an jeden griffbereiten Mitspieler verscheuern wollen, als müssten sie irgendeine Quote erfüllen. Sauerbier muss raus, sonst klemmen sie mir die Daumen ab…widerlich.
Die dunkle Seite der Macht
Es gibt sie. Die Spieler, die im PvP Ihnen grundsätzlich den Spaß verderben werden, egal ob Sie ihn nun aus dem Spiel selbst oder den darauf folgenden Belohnungen ziehen wollen. Ein Beispiel:
Sie ziehen mit Ihrem Partner in die Arena ein. Eine Brücke mit Aufgängen, rechts wie links und zwei Säulen an den Seiten der Brücke.
Nun beginnt das Spiel, wer ist schneller bei der Brücke, von der Brücke auf den beiden Säulen. Fernkämpfende Klassen, einmal dort oben angelangt, werden Sie in Schutt und Asche legen, ohne das Sie sich wirklich dagegen wehren können. Begleiter von Jägern und Hexern sind hier lahm gelegt und Nahkämpfer können nur wenig erreichen, sind sie auch auf die Säulen gekommen, haben sie bei dem Versuch soviel Feuer genommen, das sie meist tot umfallen, ohne eine Aktion auszuführen. Ansichtssache, aber meiner Meinung ist auch das Ausnutzen von Fehldesign nichts anderes als Missbrauch.
Derlei gibt es häufig in World of Warcraft. Leider greifen viele Spieler auf derlei Taktiken zurück, um schneller an die lila Götzen ranzukommen, die ich allein dafür aus dem Spiel gerne verbannt gesehen hätte. Machen es große Titel wie Guildwars vor, wie man sehr leicht Klassen gegen einander austarieren kann -mit Kollisionsabfrage- so hatte World of Warcraft ja ganze dem Diabloprinzip getreu, auf Itemflut und deren Sammelsucht gesetzt und meiner Meinung nach damit den Erfolg erkauft, auf Kosten von ernsthaftem Esport und einer langfristigen Zukunftsperspektive, die über den nächsten Instanzpack hinaus geht. Aber das ist ein anderes Thema.
PvP bleibt vielschichtiger und in jedem Fall spannender als PvE. Man kann es allerdings mit der Gier nach Items auch zu dem degradieren, was es im Grunde ist: ein fauler Kompromiss zwischen Freiheit vom Raiden und dem Wert der eigenen Ausrüstung.
Da diese den Vergleich zu PvE-Items niemals wird bestehen können, bleibt Ihnen am Ende nur die Rückkehr zum Raiden, wollen Sie wirklich an die ganz schweren Geschütze kommen. Die Wahl haben Sie trotzdem…wenigstens das.
Moltenmind - So, 22. Apr, 04:47