„Stelle dir vor es ist Krieg und keiner geht hin.“
Nun, werter Leser, Ihnen dürfte ja meine eigene Meinung über das alltägliche Raidgeschäft nun hinlänglich bekannt seien. Es sei daher unerwähnt, das ich selbst mich durchaus gerne davon befreit sehe, ob ich das nun selbst tue oder meine Gilde einfach selbiger Tätigkeit nicht mehr nachgeht.
Da jeglicher Sinn in WoW in dem Erlangen von epischen Gegenständen zu liegen scheint und diese oftmals nur durch das Raiden von Instanzen erlangt werden können, liegt der fatale Missstand auf der Hand. Gilden, die nicht raiden, sind wie alte Autos. Man hängt an ihnen und weiß nicht, ob sie die nächsten 100 Kilometer noch schaffen.
Symptomatisch sind die heulenden Zylinder, die an jeder Ampel verdächtig schnaufen. Erkennen Sie das Gleichnis wieder? Wenn nicht, gehören Sie sicherlich einer der funktionierenden Raidgilden an oder sind allein in der World of Warcraft unterwegs.
Heulende Zylinder:
Der Motor eines jeden Raids sind die Mitglieder der Gilde, die solche organisieren und leiten. Steuereinheit und Herzstück solcher Kommandounternehmen geben sich tragende Titel wie „Rat“ „Leitung“ oder „Management“. Lassen Sie sich von keinem noch so groß klingendem Titel abschrecken, dahinter stehen lediglich vier bis fünf Spieler, die so viele epische Items wie nur möglich wollen und sich deshalb Stunde für Stunde hinsetzen und eine Taktik nach der anderen lesen, um später andere Spieler zum Sieg führen zu können. Es soll auch schon Spieler gegeben haben, die nur fürs Erlebnis raiden gehen, doch Blizzard hat hier mitgedacht. Gier zieht mehr und lässt sich viel einfacher und unkomplizierter befriedigen. So sind Erlebnisspieler durch Profilachsen a la Moltencore oder BWL meist schon zur ersten Gruppe übergetreten.
Dennoch sei die Leistung dieser Spieler keineswegs herabgewürdigt. Ja, sie verbringen eine Menge Zeit mit Planung und Organisation. Doch bitte, fallen Sie nicht auf das weinerliche Getue herein, das viele dieser Spieler absondern, wenn es mal nicht so läuft, wie diese es ach so gerne hätten.
Erstens: Einen Raid auf die Beine zustellen und zuleiten ist kein Hexenwerk.
Zweitens: Anführern den Arsch zu pudern, damit man am Ende nicht selbst die Arbeit am Hals hat, war noch nie sehr erfolgreich. Feige und rückratlos sich hinzustellen und nur für die leichten Items sich raus zuhalten, ist oftmals der wahre Grund für den Untergang einer Raidgilde oder deren Bündnisse.
Da Leiter und Chefs grundsätzlich immer ihre eigene Arbeit für Unterwürdigt halten, ist es nicht verwunderlich, wenn diese immer an allem etwas zu meckern haben. Leider stumpfen andere Mitglieder auf dem Ohr schnell soweit ab, das der kritische Zustand einer Gilde sich schleichend einstellt.
Gefräßige Kolben:
Viele Spieler sind verwöhnte Kinder, egal wie alt sie sind. Anwesenheit und 3 Knöpfe drücken. Dann wird das lila Zeug kommentarlos eingepackt und weg ist man. Was Sinnvolles tun. Wie Autisten reagieren solche Spieler sehr empfindlich auf veränderte Situationen, vor allem wenn sie nicht bekommen, was sie wollen. Dann mutieren sie zu bockigen Kindern in eine Trotzphase und schlagen wild um sich. Halten Sie solche Spieler sorgsam von Ihrem Raid fern. Leider sind diese Kreaturen nicht leicht zu erkennen, da sie sich unter dem Deckmantel der schweigsamen Automatisierung verstecken und rücksichtslos die Lethargie der Harmonie als Schild benutzen. Bloß keinen Streit anfangen und kein Rumgezicke riskieren.
Nun, wenn Sie genug lila Treibstoff haben, können Sie diese Komponenten eine lange Zeit durchfüttern. Vorsichtig aber, bei einer unvorhergesehenen Drehzahlerhöhung. Hungrige Kolben neigen zu Kolbenfressern.
Weniger Sprit bei mehr Leistung:
Einem Perpetuum Mobile gleichsam, so kommt es mir manchmal vor, wie manche Spieler durch diese virtuelle Welt tanzen wollen. Sie träumen von epischen Gegenständen und wollen dafür nicht mehr tun, als sie ohnehin schon getan haben: Sich eingeloggt und Geld bezahlt. Das geht schon beim Einladen in einen Schlachtzug los.
Termine sind völlig willkürlich. Spätestens nach dem dritten Mal kommen die ersten zu spät.
Dann geht es weiter, das die Spieler feststellen, das man noch zu Instanzen laufen muss. Nein, das können doch Hexenmeister eh viel besser. Wenn diese eh schon da sind, ist das Erstellen eines Portals doch wohl nicht zuviel verlangt. Innerhalb der Instanzen wiederholt man selbiges Spiel. Direkt vor den Boss …wie du kannst mich nicht genau auf meine Position stellen?
Dann geht es weiter. Wasser und Brot wird bitte gezaubert und der Magier hat dann die Teilnehmer abzulaufen und es allen auszuhändigen. Bitte und Danke sind hier fehlt am Platz, sonst werden die Kühlboxen auf zwei Beinen noch unerzogen. Ähnliches Spiel mit den Gesundheitssteinen.
Alles ist lästig und den Spielern zuwider. Vielmehr möchte man sich angeregt darüber beschweren, wie langsam man doch heute voran kommt und das beim letzten Boss nur Müll gefallen ist und man teuer Instandsetzungkosten für seine Sachen hatte und die sonstigen Reagenzien einen ja förmlich umbringen und und und…
Sollten Sie einmal einen Raid leiten, nehmen Sie für derlei Spieler bitte den Goldlöffel mit, damit Sie dessen Hoden auch seinen Ansprüchen gerecht zuwenden im Stande sind. Er liegt sich auf einem Raid ja förmlich wund.
Die aufgewandte Energie darf für jene Auserwählte nicht das Endergebnis an Wert unterschreiten. Jegliches Abweichen von dieser in Erz gegossenen Formel wird lauthals beklagt und beweint.
Ich selbst habe mich auch diesem Verhalten hingegeben, keine Frage. Nicht grundlos habe ich derlei tiefgehende Kenntnisse über den Gemütszustand von vielen Spielern. Heute raide ich nicht mehr. Vielleicht ein Segen für manchen meiner alten Leiter.
Abstimmung mit den Füßen:
Ich kann durchaus verstehen, dass sich nicht jeder der Situation gewachsen sieht, einen Schlachtzug durch eine Instanz zu treiben. Ich habe auch den nötigen Respekt vor jedem, der dies immer wieder und wieder tut.
Ich selbst werde, wenn das so in meiner eigenen Gilde weitergeht, nicht wieder raiden können, weder mit dem Jäger, was ich ohnehin nicht mehr vorhatte, noch mit der Priesterin. Vielleicht, wenn ich selber zum Leiter werde. Man wird sehen, ob es meine Gilde zu diesem Zeitpunkt dann noch gibt. 30 Level und jede Menge Vorquests trennen mich von der Antwort.
Ich erzähle Ihnen dann gerne davon, sollte es dazu kommen. So oder so.
UPDATE: Sternzeit 200705120222
Tja, werter Leser, Totgesagte leben länger. Selbst jene, die Selbstgespräche führen.
Da es ich momentan mich ganz ins Geschäft des Burgerwendens vertiefe, denn ja, auch ich habe eine Schwäche für Nahrung und Obdach, bin ich nicht mehr ganz auf der Höhe, was dies anbetrifft.
Zwar freut es mich, das meine Gilde nun erfolgreicher im PvE wird, doch beschleicht mich darüber hinaus eine gewisse Ermüdung in Sachen World of Warcraft, die ich schon lange nicht mehr hatte. Priester, selbst in kompletter Heilungsmontur, scheinen immer unbeliebter zu werden. Da ich mich schon nicht als Jäger nur wegen "Kumpelstatus" mitnehmen lassen möchte, sondern auch als Unterstützung dienen will, scheint Priester eine Sackgasse zu sein.
In Sachen PvP wird an der Klasse ohnehin nach wie vor rumgesägt, was das Zeug hält. Sehen Sie sich die zukunftigen Patchnotes an, 5 % Schaden weg, einfach mal so, als wäre dies schon lange fällig gewesen. Ich müsste also, um PvPfähig zu werden, mit einem starken Schadensset gegenkoppeln, das man aber nicht durchs PvP erhält und im PvE Schattenpriester ehr Manabatterien und Regenrationsrobotor geworden sind, als wirkliche Schadensklassen. Schamanen, Hexer und Magier sind darin besser...natürlich, kein Zweifel. In Sachen Raid heile ich auch lieber. Doch verbaue ich mir damit im Grunde doch das Recht, auf das Schadensset zu gehen, oder? Muss ich dann nicht das Heilungsset nehmen, noch mehr Willenskraft und +Heilung tanken, damit mein Schädel am Ende nicht mehr durch die Dungeontür passt? Klar, was auch sonst...gähn...vielleicht erkenne Sie die vertrakte Lage. Selbst wenn ich Spaß am Raiden haben würde, bliebe es für mich ziellos, selbst auf kurze Sicht betrachtet.
Da jeglicher Sinn in WoW in dem Erlangen von epischen Gegenständen zu liegen scheint und diese oftmals nur durch das Raiden von Instanzen erlangt werden können, liegt der fatale Missstand auf der Hand. Gilden, die nicht raiden, sind wie alte Autos. Man hängt an ihnen und weiß nicht, ob sie die nächsten 100 Kilometer noch schaffen.
Symptomatisch sind die heulenden Zylinder, die an jeder Ampel verdächtig schnaufen. Erkennen Sie das Gleichnis wieder? Wenn nicht, gehören Sie sicherlich einer der funktionierenden Raidgilden an oder sind allein in der World of Warcraft unterwegs.
Heulende Zylinder:
Der Motor eines jeden Raids sind die Mitglieder der Gilde, die solche organisieren und leiten. Steuereinheit und Herzstück solcher Kommandounternehmen geben sich tragende Titel wie „Rat“ „Leitung“ oder „Management“. Lassen Sie sich von keinem noch so groß klingendem Titel abschrecken, dahinter stehen lediglich vier bis fünf Spieler, die so viele epische Items wie nur möglich wollen und sich deshalb Stunde für Stunde hinsetzen und eine Taktik nach der anderen lesen, um später andere Spieler zum Sieg führen zu können. Es soll auch schon Spieler gegeben haben, die nur fürs Erlebnis raiden gehen, doch Blizzard hat hier mitgedacht. Gier zieht mehr und lässt sich viel einfacher und unkomplizierter befriedigen. So sind Erlebnisspieler durch Profilachsen a la Moltencore oder BWL meist schon zur ersten Gruppe übergetreten.
Dennoch sei die Leistung dieser Spieler keineswegs herabgewürdigt. Ja, sie verbringen eine Menge Zeit mit Planung und Organisation. Doch bitte, fallen Sie nicht auf das weinerliche Getue herein, das viele dieser Spieler absondern, wenn es mal nicht so läuft, wie diese es ach so gerne hätten.
Erstens: Einen Raid auf die Beine zustellen und zuleiten ist kein Hexenwerk.
Zweitens: Anführern den Arsch zu pudern, damit man am Ende nicht selbst die Arbeit am Hals hat, war noch nie sehr erfolgreich. Feige und rückratlos sich hinzustellen und nur für die leichten Items sich raus zuhalten, ist oftmals der wahre Grund für den Untergang einer Raidgilde oder deren Bündnisse.
Da Leiter und Chefs grundsätzlich immer ihre eigene Arbeit für Unterwürdigt halten, ist es nicht verwunderlich, wenn diese immer an allem etwas zu meckern haben. Leider stumpfen andere Mitglieder auf dem Ohr schnell soweit ab, das der kritische Zustand einer Gilde sich schleichend einstellt.
Gefräßige Kolben:
Viele Spieler sind verwöhnte Kinder, egal wie alt sie sind. Anwesenheit und 3 Knöpfe drücken. Dann wird das lila Zeug kommentarlos eingepackt und weg ist man. Was Sinnvolles tun. Wie Autisten reagieren solche Spieler sehr empfindlich auf veränderte Situationen, vor allem wenn sie nicht bekommen, was sie wollen. Dann mutieren sie zu bockigen Kindern in eine Trotzphase und schlagen wild um sich. Halten Sie solche Spieler sorgsam von Ihrem Raid fern. Leider sind diese Kreaturen nicht leicht zu erkennen, da sie sich unter dem Deckmantel der schweigsamen Automatisierung verstecken und rücksichtslos die Lethargie der Harmonie als Schild benutzen. Bloß keinen Streit anfangen und kein Rumgezicke riskieren.
Nun, wenn Sie genug lila Treibstoff haben, können Sie diese Komponenten eine lange Zeit durchfüttern. Vorsichtig aber, bei einer unvorhergesehenen Drehzahlerhöhung. Hungrige Kolben neigen zu Kolbenfressern.
Weniger Sprit bei mehr Leistung:
Einem Perpetuum Mobile gleichsam, so kommt es mir manchmal vor, wie manche Spieler durch diese virtuelle Welt tanzen wollen. Sie träumen von epischen Gegenständen und wollen dafür nicht mehr tun, als sie ohnehin schon getan haben: Sich eingeloggt und Geld bezahlt. Das geht schon beim Einladen in einen Schlachtzug los.
Termine sind völlig willkürlich. Spätestens nach dem dritten Mal kommen die ersten zu spät.
Dann geht es weiter, das die Spieler feststellen, das man noch zu Instanzen laufen muss. Nein, das können doch Hexenmeister eh viel besser. Wenn diese eh schon da sind, ist das Erstellen eines Portals doch wohl nicht zuviel verlangt. Innerhalb der Instanzen wiederholt man selbiges Spiel. Direkt vor den Boss …wie du kannst mich nicht genau auf meine Position stellen?
Dann geht es weiter. Wasser und Brot wird bitte gezaubert und der Magier hat dann die Teilnehmer abzulaufen und es allen auszuhändigen. Bitte und Danke sind hier fehlt am Platz, sonst werden die Kühlboxen auf zwei Beinen noch unerzogen. Ähnliches Spiel mit den Gesundheitssteinen.
Alles ist lästig und den Spielern zuwider. Vielmehr möchte man sich angeregt darüber beschweren, wie langsam man doch heute voran kommt und das beim letzten Boss nur Müll gefallen ist und man teuer Instandsetzungkosten für seine Sachen hatte und die sonstigen Reagenzien einen ja förmlich umbringen und und und…
Sollten Sie einmal einen Raid leiten, nehmen Sie für derlei Spieler bitte den Goldlöffel mit, damit Sie dessen Hoden auch seinen Ansprüchen gerecht zuwenden im Stande sind. Er liegt sich auf einem Raid ja förmlich wund.
Die aufgewandte Energie darf für jene Auserwählte nicht das Endergebnis an Wert unterschreiten. Jegliches Abweichen von dieser in Erz gegossenen Formel wird lauthals beklagt und beweint.
Ich selbst habe mich auch diesem Verhalten hingegeben, keine Frage. Nicht grundlos habe ich derlei tiefgehende Kenntnisse über den Gemütszustand von vielen Spielern. Heute raide ich nicht mehr. Vielleicht ein Segen für manchen meiner alten Leiter.
Abstimmung mit den Füßen:
Ich kann durchaus verstehen, dass sich nicht jeder der Situation gewachsen sieht, einen Schlachtzug durch eine Instanz zu treiben. Ich habe auch den nötigen Respekt vor jedem, der dies immer wieder und wieder tut.
Ich selbst werde, wenn das so in meiner eigenen Gilde weitergeht, nicht wieder raiden können, weder mit dem Jäger, was ich ohnehin nicht mehr vorhatte, noch mit der Priesterin. Vielleicht, wenn ich selber zum Leiter werde. Man wird sehen, ob es meine Gilde zu diesem Zeitpunkt dann noch gibt. 30 Level und jede Menge Vorquests trennen mich von der Antwort.
Ich erzähle Ihnen dann gerne davon, sollte es dazu kommen. So oder so.
UPDATE: Sternzeit 200705120222
Tja, werter Leser, Totgesagte leben länger. Selbst jene, die Selbstgespräche führen.
Da es ich momentan mich ganz ins Geschäft des Burgerwendens vertiefe, denn ja, auch ich habe eine Schwäche für Nahrung und Obdach, bin ich nicht mehr ganz auf der Höhe, was dies anbetrifft.
Zwar freut es mich, das meine Gilde nun erfolgreicher im PvE wird, doch beschleicht mich darüber hinaus eine gewisse Ermüdung in Sachen World of Warcraft, die ich schon lange nicht mehr hatte. Priester, selbst in kompletter Heilungsmontur, scheinen immer unbeliebter zu werden. Da ich mich schon nicht als Jäger nur wegen "Kumpelstatus" mitnehmen lassen möchte, sondern auch als Unterstützung dienen will, scheint Priester eine Sackgasse zu sein.
In Sachen PvP wird an der Klasse ohnehin nach wie vor rumgesägt, was das Zeug hält. Sehen Sie sich die zukunftigen Patchnotes an, 5 % Schaden weg, einfach mal so, als wäre dies schon lange fällig gewesen. Ich müsste also, um PvPfähig zu werden, mit einem starken Schadensset gegenkoppeln, das man aber nicht durchs PvP erhält und im PvE Schattenpriester ehr Manabatterien und Regenrationsrobotor geworden sind, als wirkliche Schadensklassen. Schamanen, Hexer und Magier sind darin besser...natürlich, kein Zweifel. In Sachen Raid heile ich auch lieber. Doch verbaue ich mir damit im Grunde doch das Recht, auf das Schadensset zu gehen, oder? Muss ich dann nicht das Heilungsset nehmen, noch mehr Willenskraft und +Heilung tanken, damit mein Schädel am Ende nicht mehr durch die Dungeontür passt? Klar, was auch sonst...gähn...vielleicht erkenne Sie die vertrakte Lage. Selbst wenn ich Spaß am Raiden haben würde, bliebe es für mich ziellos, selbst auf kurze Sicht betrachtet.
Moltenmind - Sa, 5. Mai, 18:00